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Ausgezeichnete Schülerfirma

Lehrer und Schülerfirma-Projektleiter Sebastian Dick-Tecklenburg und seine „Jungunternehmer“ tüfteln an einem defekten PC.

Foto: Michael Dahlke

Lehrer und Schülerfirma-Projektleiter Sebastian Dick-Tecklenburg und seine „Jungunternehmer“ tüfteln an einem defekten PC. Foto: Michael Dahlke

Marxloh.   An der Grillo-Gesamtschule wird ein Startup aus angehenden IT-Experten aufgebaut. Auftrag: Programmieren und reparieren.

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Der 14 Jahre junge Ferhat zieht einen silbernen Stift aus seiner Jeans hervor und streckt ihn dem Reporter entgegen: „Das ist mein Werkzeug, habe ich immer dabei. Und wenn ein PC defekt ist, höre ich ihn mir erstmal an und schraube ihn dann auf. Kein Ding.“

Sein Lehrer Sebastian Dick-Tecklenburg lächelt und nickt: „Was Computer an geht, können die meisten Lehrer an dieser Schule von den Schülern hier eine ganze Menge lernen.“

Enge Vernetzung mit dem Stadtteil erwünscht

Was nicht zuletzt an Dick-Tecklenburg selbst liegt. Anderthalb Jahre ist es nun her, als der Pädagoge sich entschloss, eine Schülerfirma im IT-Bereich als Wahlpflicht-Arbeitsgemeinschaft anzubieten.

Bei der Schulleitung brannte der Pädagoge damit offene Türen ein, denn Ziel der Herbert-Grillo-Gesamtschule, die ja offiziell als Marxloher Stadtteilschule gefördert wird, ist eine enge Vernetzung mit dem Stadtteil.

Was damals noch eine Idee warm ist heute Realität und wird in einer Woche „ausgezeichnete“ Realität sein: Dann ehrt Unternehmerin und Schul-Mäzenin Gabriela Grillo die Schülerfirma mit ihrem jährlich zu vergebenden Förderpreis.

Chef oder Chefin gibt es nicht

Warum ihr Engagement gerade bei Gabriela Grillo auf große Sympathien trifft; dafür haben die Schüler freilich alle ihre eigenen Erklärungen. „Weil wir die Besten sind!“ sagt Schulreporterin Angelina (15 Jahre). Turan (15) glaubt, „dass die uns krass gut findet, weil die genau so heißt wie die Schule!“ Efe (13) trifft den Nagel auf den Kopf: „Die ist Chefin, die hat auch eine Firma!“

Einen Chef oder eine Chefin gibt es bei den Marxloher „Jungunternehmern“ nicht: „Wir sitzen hier gemeinsam und erarbeiten gemeinsam auch Lösungen für die Probleme.“

Etwa, wenn neue Rechner an der Schule aufgestellt werden – so wie gerade. „Dann schließen wir die an, installieren die Software und die Updates“, sagt Ferhat. Wenn an der Schule ein PC Probleme macht oder ausgetauscht werden muss, geht ebenfalls eine Email an Lehrer Dick-Tecklenburg: „Die nehmen wir dann als Auftrag an und erledigen den Auftrag in unserer nächsten AG-Sitzung.“

In den freien Markt expandieren

In etwa einem Jahr will die Schülerfirma tatsächlich als Firma über das Schulgelände hinaus auf den freien Markt expandieren. Plan ist, sich in Marxloh als IT-Dienstleister für befreundete Institutionen, Vereine und Verbände zu etablieren und zu vernetzen. Dies erfolge auch vor dem Hintergrund des Stadtteilschul-Gedankens.

Außerdem gibt es für die IT-Experten der Grillo-Gesamtschule auch intern Raum zur Vernetzung. Es gibt eine weitere Schülerfirma, die Holzarbeiten ausführt und sogar Möbel herstellt. Spannende Zeiten an der Grillo-Schule, spannende Zeiten für Schul-Reporterin Angelina und Blogger Cheredin, die all’ das mit Kamera dokumentieren: „Wir haben unseren eigenen Youtube-Kanal: TNG-TV!“

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