Straße marode

Baustelle: Seit 15 Monaten fehlt in Wehofen die Asphaltdecke

Siegfried Kotzbach, Dirk Mucha und Simone Thalmann ärgern sich, wie alle anderen Mieter an der Ringelbergstraße, über die nie fertiggestellte Fahrbahn nach Kanalbauarbeiten.

Foto: Frank Oppitz

Siegfried Kotzbach, Dirk Mucha und Simone Thalmann ärgern sich, wie alle anderen Mieter an der Ringelbergstraße, über die nie fertiggestellte Fahrbahn nach Kanalbauarbeiten. Foto: Frank Oppitz

Duisburg-Wehofen.   Nach Kanalbauarbeiten leben Anwohner in Duisburg im Dreck. Die Wirtschaftsbetriebe streiten mit der Baufirma über den richtigen Untergrund.

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Vor rund 15 Monaten sind die Kanalbauer von der Baustelle an der Ringelbergstraße in Wehofen abgerückt. Die Anwohner, allesamt Mieter der LEG, atmeten auf: Endlich kehrt wieder Ruhe und Ordnung ein, dachten sie. Ruhe kehrte tatsächlich ein. Die Sache hat nur einen Haken: Seitdem leben die Wehofener mit Stolperfallen und jeder Menge Dreck vor ihrer Haustür. Weil die Straße keine neue Asphaltdecke bekommen hat. Die Löcher sind nur notdürftig mit Bauschutt, Schotter und anderem Material gefüllt worden.

Bei Regen bilden sich riesige Wasserflächen mit Schlamm, bei Trockenheit staubt es wie irre. „Wir können jeden Tag ein paarmal die Fenster putzen“, berichtet Ursula Bartsch. Langsam aber sicher vergeht der Dame aber die Lust daran. „Wir können bei solcher Trockenheit wie jetzt gerade die Fenster nicht mal mehr öffnen, weil dann der ganze Dreck in die Wohnung fliegt“, sagt die Mieterin – andere Anwohner stimmen zu.

Eine Frau ist schwer gestürzt

„Eine Frau ist hier schon schwer gestürzt“, berichtet Siegfried Kotzbach. Sie soll sich eine Wirbelverletzung zugezogen haben. „Und bei einem Auto ist die Achse gebrochen“, weiß der Wehofener. Doch die Stadt Duisburg nehme sich von all dem nichts an. Dem Autofahrer habe man nur lapidar geantwortet: „Dann müssen Sie halt langsamer fahren.“

„Und was ist, wenn mal die Feuerwehr kommen muss, weil es brennt?“; fragt sich Siegfried Kotzbach. „Die findet ja nicht mal mehr die Wasseranschlüsse.“ Die sind nämlich auch vom Dreck verschluckt.

Noch Klärungsbedarf mit der bauausführenden Firma

Dirk Mucha, der auch an der Ringelbergstraße wohnt, weiß zu berichten, dass angeblich falsches Material zum Verfüllen der Baugruben verwendet wurde. Die zuständigen Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) umschreiben das Problem so: „Da gibt es noch Klärungsbedarf mit der ausführenden Baufirma.“ Klar sei nur: „Der Boden muss wieder raus.“ Nach den Sommerferien soll es „ein Gespräch“ geben. Aber wann es auf der Baustelle weitergeht? Die WBD haben keine Ahnung.

So werden die Anwohner weiter die Putzlappen schwingen müssen, die ihnen die Wirtschaftsbetriebe vor Monaten als „Trostpflaster“ überreicht haben.

Bürgerfreundlich ist anders – Ein Kommentar von Gregor Herberhold 

Das ist doch ein schlechter Witz: Weil die Baufirma angeblich nicht das richtige Material zum Verfüllen der Straße genutzt hat, tut sich seit 15 Monaten nichts mehr auf der Baustelle. Die Anwohner müssen mit Stolperfallen und jeder Menge Dreck leben – und wann das Problem gelöst wird, steht in den Sternen. Die Stadt hat die Verkehrssicherungspflicht, nimmt sie aber nicht wahr. Das ist nicht bürgerfreundlich.

Und was den Anwohnern auch noch sauer aufgestoßen ist: Dass man ihnen Putzlappen als Entschädigung in die Hand gedrückt hat. Da können sie sich nur veräppelt fühlen.

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