Duisburg-Nord. In diesem Teil unserer Serie über Wildtiere in der Stadt berichten wir über Hornissen. Es handelt sich dabei um die riesigen Verwandten der Wespen. Im Garten sind sie in der Regel harmlos. Der Experte Karsten Ebert gibt Verhaltenstipps und siedelt die Völker bei Gefahren um.

„Das wird ein Wes­penjahr“, ist sich Karsten Ebert (41) sicher. Nach dem milden Winter hat er nicht nur die ersten normalen Wespen, sondern auch schon deren riesige Verwandten, die Hornissen, in seinem Garten entdeckt. Aber er bleibt gelassen: „So schlimm sind sie gar nicht.“

Ebert ist Experte, hat im Duisburger Bienenmuseum (Rumeln) gelernt, wie man Hornissen- und Wespennester beseitigt, beziehungsweise umsiedelt. Entsprechend entspannt ist er, selbst dann, wenn sich die dicken Brummer direkt neben seiner Sitzecke im Garten einnisten.

Fotos aus 5 cm Entfernung

Hornissen-Umsiedlung

Karsten Ebert ist unter Telefon 0177-1 58 48 36 erreichbar.

Das Schulungszentrum im Bienenmuseum Duisburg-Rumeln/Kaldenhausen an der Schulallee 11 bietet am Sonntag, 6. Juli 2014, ab 10 Uhr einen Lehrgang an mit dem Thema: „Keine Angst vor dicken Brummern, Umsiedlung von Hornissen- und Wespenvölkern“. Den Kurs leitet die Bienen-Expertin Pia Aumeier.

Anmeldung unter www.bimu-du.de

„Anfangs“, sagt er, „habe ich auch gehörigen Abstand vom Nest gehalten.“ Das war vor fünf Jahren. Im Laufe der Jahre wurde er immer neugieriger, was die Tiere so treiben – und arbeitete sich mit der Kamera in der Hand immer näher ans Nest heran. Er wollte man checken, was die Insekten im Nest so treiben. „Jetzt kann ich Fotos aus fünf Zentimeter Entfernung machen“, sagt der Fachmann. Gewusst wie. Keine schnellen Bewegungen, nicht den Eingang zum Nest versperren, nicht in der Einflugschneise stehen.

2009 absolvierte der gelernte Dachdecker seinen Hornissen-Kurs – und wird seitdem stadtweit gerufen, wenn es jemand mit der Angst zu tun bekommt, wenn sich diese Tiere im Garten oder unterm Dach einnisten. „Die Nester müssen nicht in jedem Fall beseitigt werden“, so der 41-Jährige. Auf jeden Fall befürwortet er die Umsiedlung, wenn sich die Brutplätze an einem Kindergarten oder einem Altenheim befinden. Im privaten Garten ist er geneigt, sie zu belassen und den Hobbygärtnern lieber Verhaltensregeln an die Hand zu geben. Bevor er eine Umsiedlung vornimmt, muss auf jeden Fall erst einmal die Genehmigung eingeholt werden. Die erteilt die Stadt Duisburg.

Volk wird im eigenen Garten, Zoo oder im Wald einquartiert

Karsten Ebert (41)
Karsten Ebert (41) © privat

Sofern er dann noch keine „eigenen Hornissen“ im Garten hat, nimmt er das etwa Medizinball großen Nest dorthin mit. Ansonsten spricht er Alternativstandorte mit der Stadt ab. Im Wald und auch im Zoo kann er die Nester dann aufhängen. Die etwa 500 Insekten, so der Fachmann, machten den Umzug in der Regel problemlos mit.

Wer diese recht großen Brummer im Garten hat, kann sich sicher sein, deutlich weniger Ungeziefer zu finden. „Hornissen fressen Raupen, Fliegen, Wespen, aber auch Wachsmotten und gelegentlich eine Honigbiene“, sagt der Fachmann.

Bei Stichen hilft Kalzium

Aggressiv sind die bis zu knapp drei Zentimeter großen Insekten übrigens nicht. Sie stechen nur, wenn die gequetscht werden. Anders als ihre kleinen Verwandten, die normalen Wespen, mögen sie nichts Süßen. Folglich umkreisen sie in der Regel nicht den Kaffeetisch oder naschen gar am Kuchen oder Limonaden. Allerdings kann es vorkommen, dass sie rund um die Tafel andere Insekten jagen.

Die Stiche, so Ebert, seien nicht wirklich schlimm. „Mir hilft immer Kalzium.“