Bruckhausen. . Der Tunnel, in dem Aufnahmen für die Schimanski-Tatorte gedreht wurden, wird zugeschüttet, bleibt aber als Ganzes erhalten. Fertigstellung im Frühling 2018.

Die LKW rollen und bringen Hüttensand. Rund 15 000 Tonnen sind nötig, um den Maltenatunnel zu verfüllen. Bagger und Walzen sind auch schon im Einsatz, Stück für Stück wird die kultige Verbindung von Bruckhausen und dem einstigen Fischerdorf Alsum zu geschüttet.

Der Tunnel, in dem auch Aufnahmen für die Schimanski-Tatorte gedreht wurden, bleibt zwar als Ganzes erhalten, zu sehen sein wird aber nicht mehr viel von dem Bauwerk.

Lange kein Durchgangsverkehr mehr

1912 war der Tunnel gebaut worden, man schuf so eine direkte Verbindung zwischen den beiden zu Thyssen gehörenden Werksgrundstücken. Geschlossen wurde er 2013 wegen des schlechten Zustandes: Der Beton bröckelte, Fliesen fielen von den Wänden. Und für den Durchgangsverkehr wurde er längst nicht mehr benötigt.

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Bei einer letzten Begehung des Tunnels – die Füllarbeiten laufen da schon auf Hochtouren – fallen der Redaktion sofort besagte Mängel ins Auge. „Es wäre einfach ein enormer Aufwand gewesen, den Tunnel noch einmal in Stand zu setzen“, erklärt Thomas Kraft, der das Verfüllungs-Projekt leitet.

Es herrscht bisweilen Ohrenbetäubender Lärm im Tunnel, wenn wieder eine Ladung Hüttensand mit dem Bagger gebracht wird. Eine weite Anreise haben die LKW mit dem Sand nicht. Das Nebenprodukt der Stahlherstellung kommt direkt von nebenan – und eignet sich bestens für die Verfüllung. „Der Sand sieht aus wie normaler Sand, doch er wird mit der Zeit hart wie Beton“, erklärt Tobias Osterfeld von der Ingenieurbaufirma Firma Wayss & Freitag, die Thyssen bei der Arbeit unterstützt.

Vor den Arbeiten waren sind sämtliche Kabel und Rohrleitungen entfernt worden. Die Einbauhöhe des Hüttensandes erfolgt bis etwa zwei Meter unter der Tunneldecke. „Der verbleibende Hohlraum wird anschließend mit einem hydraulischen Spezialbindemittel auf Zementbasis aufgefüllt“, erklärt Osterfeld.

Abschluss der Arbeiten im Frühjahr

Die Planer gehen davon aus, dass die Arbeiten zügig voran schreiten werden. „Wir rechnen mit einer Fertigstellung im kommenden Frühjahr“, so Kraft. Damit die Öffentlichkeit zumindest ansatzweise noch erfährt, wie der Tunnel einmal aussah, soll der Tunnelmund an der Kaiser-Wilhelm-Straße erhalten werden. Darüber hinaus werde es eine Infotafel geben, die die Historie des Tunnels erläutert.

Der Matena-Tunnel verschwindet

Rückblick: Das Foto entstand am 26. Mai 2010. Der Matena Tunnel unterquerte damals noch das Firmengelände von ThyssenKrupp Steel TKS. Foto: Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool
Rückblick: Das Foto entstand am 26. Mai 2010. Der Matena Tunnel unterquerte damals noch das Firmengelände von ThyssenKrupp Steel TKS. Foto: Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool © WAZ FotoPool
Eine mittlerweile historische Aufnahme: Autos im Matena-Tunnel in Bruckhausen. Nun, sieben Jahre später, wird der Tunnel verfüllt.
Eine mittlerweile historische Aufnahme: Autos im Matena-Tunnel in Bruckhausen. Nun, sieben Jahre später, wird der Tunnel verfüllt. © WAZ FotoPool
Der Tunnel war schon lange baufällig.
Der Tunnel war schon lange baufällig. © WAZ FotoPool
Der Matena-Tunnel war auch eine beliebte Kulisse für
Der Matena-Tunnel war auch eine beliebte Kulisse für "Tatort"-Folgen aus der Schimanski-Zeit. © WAZ FotoPool
Der Matena Tunnel unterquert das Firmengelände von ThyssenKrupp Steel TKS.
Der Matena Tunnel unterquert das Firmengelände von ThyssenKrupp Steel TKS. © WAZ FotoPool
Der Matena-Tunnel war 1911 errichtet worden.
Der Matena-Tunnel war 1911 errichtet worden. © WAZ FotoPool
Der Tunnel war etwa 400 Meter lang.
Der Tunnel war etwa 400 Meter lang. © Gregor Herberhold
"Der Begriff Matena bedeutet "Wiesenaue". Dabei verband diese Straße einst Bruckhausen mit dem kleinen Dorf Alsum am Rhein, das jedoch im zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend u.a. wegen Bergsenkungen aufgegeben wurde" heißt es online unter https://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/matenatunnel.html © WAZ FotoPool
Unter dem Asphalt liegen noch alte Strassenbahnschienen.
Unter dem Asphalt liegen noch alte Strassenbahnschienen. © WAZ FotoPool
Blick auf den Matena-Tunnel im April 2017: Der Tunnel ist inzwischen für den Verkehr gesperrt.
Blick auf den Matena-Tunnel im April 2017: Der Tunnel ist inzwischen für den Verkehr gesperrt. © FUNKE Foto Services
Der Tunnel war 2012 unter Denkmalschutz gestellt worden und im Januar 2013 für jeglichen Verkehr gesperrt worden.
Der Tunnel war 2012 unter Denkmalschutz gestellt worden und im Januar 2013 für jeglichen Verkehr gesperrt worden. © Gregor Herberhold
Der Matena-Tunnel soll komplett verschlossen werden. Die Arbeiten begannen Ende November 2017.
Der Matena-Tunnel soll komplett verschlossen werden. Die Arbeiten begannen Ende November 2017. © Gregor Herberhold
Der Matena Tunnel auf dem Gelände von Thyssen Krupp in Bruckhausen wird verfüllt und zugemauert.
Der Matena Tunnel auf dem Gelände von Thyssen Krupp in Bruckhausen wird verfüllt und zugemauert. © FUNKE Foto Services
Schutt vor dem Tunnel.
Schutt vor dem Tunnel. © FUNKE Foto Services
Jede Menge Sand wird in den Tunnel geschafft.
Jede Menge Sand wird in den Tunnel geschafft. © FUNKE Foto Services
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