Kindergarten

Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit in Duisburger Kindergarten

Kinder tanzen bei der Abschlussveranstaltung des Projekts „Hand in Hand, in einem Land“ in der Weltkinder Kita.

Kinder tanzen bei der Abschlussveranstaltung des Projekts „Hand in Hand, in einem Land“ in der Weltkinder Kita.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Röttgersbach.   Nachdem in der Kita Weltkinder in Röttgersbach fremdenfeindliche Äußerungen bekannt geworden waren, gab es ein Projekt gegen Fremdenhass.

Die Röttgersbacher dreisprachige Weltkinder-Kita des Netzwerks für interkulturellen sozialen Service (ISS) mit Sitz in Köln steckt gerade mitten in der Zertifizierung zum Familienzentrum. Eigentlich sind die Konzeptionssitzungen genug zusätzliche Arbeit für das pädagogische Personal der viergruppigen Einrichtung mit 70 Kindern unterschiedlicher Herkunft. „Aber in letzter Zeit hörten wir einige deutlich fremdenfeindliche Äußerungen aus unserer Elternschaft direkt oder über die Kinder“, berichtet die stellvertretende Leiterin Denise Bizer, „da war im Team schnell klar, dass wir das so nicht stehen lassen wollen.“ Als Folge ist ein Antirassismus-Projekt geplant und durchgeführt worden.

„Das Problem liegt nicht bei den Kindern“

„Das Problem liegt nicht bei den Kindern“, das bestätigt Einrichtungsleitung Gabriele Reichmann. Im Gegenteil, davon wie die Kleinen miteinander umgehen, könnten die Großen sich eine dicke Scheibe abschneiden, findet das Team. „Als künftiges Familienzentrum stehen bei uns ohnehin neue Angebote für die Elternschaft vom Sprachkurs bis zur Erziehungsberatung auf dem Plan, also haben wir gleich damit angefangen“, erzählt Reichmann. Die Anti-Rassismus-Workshops für die Großen kamen gut an und erreichten viele Eltern.

Die Erzieherinnen, die im Kita-Alltag mit den Kindern Deutsch, Englisch und Türkisch sprechen, planten außerdem ein großes Abschlussfest für ihr Projekt, mit Futterständen aus aller Herren Länder. Im Wendehammer an der Kopernikusstraße ging es ganz schön rund, mit Mini-Cheerleadern, afrikanischen Trommeln und türkischem Baklava. „Wir haben rund zweihundert Staaten auf der Welt und aus jedem davon wohnt wohl mindestens ein Staatsangehöriger in Duisburg“, sagte Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer, „an den vielen Fahnen, die ihr hier über die Straße gespannt habt, sieht man ja schon, wie bunt es bei euch zugeht.“

Fremdenfeindlichkeit kommt aus dem Umfeld

Auch Yaşar Altun, der stellvertretende Vorsitzende des Duisburger Integrationsrates sprach für das friedliche Zusammenleben, in dem die Duisburger mehr Erfahrung haben, als viele andere Menschen im Land. Die Kinder teilen sich inzwischen für ihren Auftritt mit bemalten T-Shirts auf in die Grüngesteiften, die Blaukarierten und die Gelbgetupften. Jetzt fehlen nur noch die Roten, dann können alle zusammen ihr Lied singen und dazu tanzen.

„Kinder kommen doch nicht mit Fremdenhass auf die Welt, das lernen sie von ihrem Umfeld“, ist Gabriele Reichmann sicher, „und wer Hass lernen kann, der kann auch Liebe lernen, daran arbeiten wir hier von klein auf.“

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