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Abtei Hamborn baut ein neues Kloster in Magdeburg

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Der Hamborner Abt Albert Dölken bei der Grundsteinlegung für das neue Kloster in Magdeburg.

Der Hamborner Abt Albert Dölken bei der Grundsteinlegung für das neue Kloster in Magdeburg.

Foto: Abtei Hamborn

Duisburg/Magdeburg.  Die Abtei Hamborn baut in Magdeburg ein neues Kloster. Nun fand die Grundsteinlegung statt. Was der Prämonstratenserorden dort vor hat.

Der Bau des neuen Prämonstratenserklosters in Magdeburg schreitet voran: Der Orden hat nun die Grundsteinlegung mit einem Segnungsgottesdienst gefeiert. Abt Albert Dölken von der Abtei Hamborn begrüßte zu dieser Zeremonie auch Dr. Gerhard Feige; der Bischof des Bistums Magdeburg segnete den Grundstein.

Das Datum war bewusst gewählt. Der 6. Juni ist der kirchliche Gedenktag für den heiligen Norbert von Xanten. Als Wanderprediger gründete der vor genau 900 Jahren im französischen Prémontré den Prämonstratenserorden. Von 1126 bis 1134 wirkte Norbert von Xanten als Erzbischof in Magdeburg. Deshalb hat die Stadt an der Elbe für den Orden eine wichtige Bedeutung. Bereits seit 1991 gibt es dort eine Niederlassung der Abtei Hamborn.

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Abtei Hamborn: Vier Patres leben in Magdeburger Kloster

Pater Clemens Dölken steht dem Kloster in Magdeburg vor. Mit ihm leben dort drei weitere Patres. Für Dölken war die Grundsteinlegung ein besonderer Moment. „Die Menschen empfinden, dass wir damit ein Zeichen gegen den Trend setzen“, sagte der Geistliche. „Es werden nicht nur andauernd kirchliche Einrichtungen geschlossen, sondern hier mit dem Neubau ein Ort, an dem wir sichtbar christlich und klösterlich leben, beten und arbeiten können.“

Das neue Kloster entsteht in einer Stadt, in der die Katholiken nur vier Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die Prämonstratenser engagieren sich in Magdeburg in der Jugendarbeit und betreuen die Studentengemeinde. „Uns fehlten aber die Räume zum authentisch klösterlichen Leben, zu Gastlichkeit, Austausch, eine Willkommenskultur“, erklärt der Pater. In der Bevölkerung findet das Projekt Zuspruch: „Das neue Kloster gehört genau nach Magdeburg. Hier ist es richtig“, sagt etwa der Magdeburger Bauingenieur Klaus Röhrig.

Neumühler Pater Tobias läuft für den Klosterneubau

Als Protestant begrüßt er die ökumenische Idee. Das neue Kloster entsteht auch im Quartier „Ökumenische Höfe“. Ansässig sind dort die Europäische Sankt-Norbert-Stiftung, die evangelisch-reformierte Gemeinde, die evangelische Altstadtgemeinde und die katholische Pfarrgemeinde Sankt Augustinus sowie die evangelische und die katholische Studentengemeinde.

Für Sommer 2022 ist der Einzug ins neue Kloster geplant. Die Kosten für das Bauprojekt liegen bei rund drei Millionen Euro. Da der Orden kaum über finanzielle Mittel verfügt, sammelt er Spenden. Unterstützung gibt es zudem vom Förderverein Prämonstratenserkloster Magdeburg, dem Bonifatiuswerk, anderen Bistümern, Stiftungen sowie durch Fördermittel der Denkmalpflege. Außerdem läuft Pater Tobias einmal mehr für den guten Zweck und spendet das Geld: „Als meine Mitbrüder gefragt haben, ob ich dafür laufen will, habe ich keine Sekunde gezögert“, sagt der Neumühler „Marathon-Pater“.

Weitere Infos gibt es im Netz unter www.klosterneubau.de.

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