Halde Wehofen

Glutnester! Abdeckung der Halde Wehofen endet erst 2020

Die Halde Wehofen neben der A 59.

Die Halde Wehofen neben der A 59.

Foto: Hans Blossey

Wehofen.   Noch immer glüht die Halde Wehofen. Erst nach 2020 soll das ein Ende finden. Am Ende soll der künstliche Berg begrünt werden.

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Die Abraumhalde Wehofen-West wird frühestens im Jahr 2020 komplett so abgedichtet sein, dass die Glut im Inneren des künstlichen Berges nach und nach ersticken dürfte. Das teilte Thyssen-Krupp auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Bekanntlich glüht es im Berginneren seit gut sieben Jahrzehnten. Der genaue Grund, weshalb die Halde in Brand geriet, ist heute nicht mehr feststellbar. Die einen (Thyssen-Krupp) vermuten Selbstentzündung. Die anderen berichten von Brandbomben, die im Zweiten Weltkrieg auf die aus Gestein und Kohlenresten bestehende Halde fielen und das Feuer verursachten.

Schon mehr als 1000 Grad Celsius gemessen

In dem etwa 40 Meter hohen „Kunstberg“ gibt es Bereiche mit bis zu 500 Grad Celsius, Anwohner der Halde erinnern sich, dass auch schon über 1000 Grad Celsius gemessen worden seien.

Bislang ist es nicht gelungen, die Glutnester zu löschen. Wegen des Baus der Autobahn 59 in den 1970er Jahren ist ein Teil des Berges abgetragen worden – dadurch soll die Glut mit neuem und vor allem viel Sauerstoff versorgt worden sein. Später stellte man fest, dass insbesondere der Westwind immer wieder Frischluft in den Berg drückt – und dass selbst über Baumwurzeln Luftschleusen ins Berginnere entstanden, wodurch neuer Sauerstoffeintritt möglich war.

Seit 2011 laufen die Sanierungsarbeiten

Thyssen-Krupp will nun, wie im Jahr 2010 im Abschlussbetriebsplan festgelegt, den ganzen Berg hermetisch abdichten. Seit September 2011 wird auf dem Plateau bereits eine sogenannte „Profilierungsschicht“ verbaut. Sprich: Die Oberfläche des Deponiekörpers wird so gestaltet, dass darauf ein Oberflächenabdichtungssystem aufgebracht werden kann. Das entspricht einer Verordnung der Bundesregierung über die Verwertung von Abfällen auf Deponien über Tage.

Das Niederschlagswasser soll durch diese Schicht zu den vier Kaskaden (Treppenstufen) und von dort zum Haldenfuß geleitet werden. „Wesentliche Teile der Fläche sind mittlerweile mit dieser Profilierungsschicht abgedeckt“, berichtet Thyssen-Krupp. „Für die Fertigstellung dieser Arbeiten sind noch einige Monate erforderlich“, heißt es weiter.

Anschließende Begrünung geplant

Anschließend soll diese Spezialschicht mit einer „brandschutz-technischen Abdichtung“, sprich: einer ein Meter dicken Lage aus „bindigem Boden“ wie Lehm abgedeckt werden. So will man dauerhaft den Zutritt von Sauerstoff in die Deponie unterbinden. Inklusive der nachfolgenden Begrünung soll das bis 2020 dauern.

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