Kirche

60 Jahre neue Abtei Duisburg-Hamborn

Im Garten der Hamborner Abtei steht ein Taufstein aus dem 12. Jahrhundert.

Im Garten der Hamborner Abtei steht ein Taufstein aus dem 12. Jahrhundert.

Foto: pe.em photographie Peter Mertens

Duisburg-Alt-Hamborn.  Die neue Abtei Hamborn ist 60 Jahre alt. Die ursprüngliche Prämonstratenser-Abtei wurde bereits im zwölften Jahrhundert gegründet.

Die neue Abtei Hamborn ist 60 Jahre alt – ein Jungsporn im Vergleich zur ursprünglichen Prämonstratenser-Abtei. Diese wurde nämlich im zwölften Jahrhundert gegründet.

Das Kloster in Hamborn geht bis zum Jahre 1806 zurück. An der Stelle der Gebäude der heutigen Abtei St. Johann stand einst ein Gutshof namens Havenburn. Der Name bedeutet nach den neusten Forschungen der Sprachwissenschaftler „Brunnen des Habo“, eines fränkischen Adligen und Gutsherren zur Zeit der Karolinger (vor 900). Dieser Gutsherr Habo oder seine Nachfolger errichteten hier eine kleine Kirche, deren Fundamente 1969 bei Ausgrabungen teilweise freigelegt wurden. Außerdem ließen sie einige Wald- und Heideflächen nördlich der alten Emscher bis nach Buschhausen roden und verpachteten dieses Land an Bauern.

Kirche wurde schnell zur Pfarrkirche

Die Kirche auf dem Gutshof wurde schon bald zur Pfarrkirche für die entstehenden Bauernschaften, und der Name des Hofes Hamborn ging sowohl auf die Pfarrgemeinde als auch auf den späteren Gerichtsbezirk über.

Im Jahre 1136 schenkte der Edle Gerhard von Hochstaden diesen seinen Hamborner Besitz dem Kölner Erzbischof mit der Auflage, dort ein Kloster der Prämonstratenser zu errichten. Die ersten Ordensleute kamen aus dem Kloster Steinfeld in der Eifel.

In der Folgezeit führten Kriegseinwirkungen immer wieder zu - teilweise sehr großen - Beschädigungen von Kirche und Kloster. Nach der Besetzung des Rheinlandes durch französische Truppen ließ die von Napoleon eingesetzte Regierung im Jahre 1806 auch dieses Kloster wie nahezu alle anderen aufheben (“Säkularisation“). Während die Klostergebäude und die Klostergüter an den Staat fielen, blieb die Abteikirche der Hamborner Bevölkerung als Pfarrkirche erhalten. Die Chorherren jedoch wurden gezwungen, ihr Kloster zu verlassen und ihr gemeinsames Leben aufzugeben.

Im Zweiten Weltkrieg erneut schwer zerstört, wurden die Abteikirche und die Gebäude um den Innenhof des Kreuzgangs recht bald wieder aufgebaut. 1958, ein Jahr nach der Neugründung des Bistums Essen, gründeten sieben Patres der Prämonstratenser-Abtei Windberg, deren eigene Abteil im Bayerischen Wald aufgegeben wurde, die neue Klostergemeinschaft in Hamborn. Von diesen sieben Chorherren lebt heute noch einer. Inzwischen ist der Konvent auf 21 Mitglieder angewachsen, die aber nicht alle in der Abtei leben.

Prämonstratenser kümmern sich seelsorgerisch um die Menschen

Die Prämonstratenser kümmern sich seelsorgerisch um die Menschen in der Hamborner Pfarrgemeinde Propstei St. Johann mit insgesamt acht Kirchen, in zwei Krankenhäusern sowie im Sozialzentrum an St. Peter in Marxloh, in der Gemeinde St. Michael in Meiderich mit dem Herz-Zentrum und in der Pfarrgemeinde St. Dionysius in Walsum.

Das Kloster in Duisburg-Hamborn verweist auf eine fast 900-jährige Geschichte, war aber zur Zeit der Säkularisation im Jahr 1806 geschlossen und erst 1959 kurz nach der Gründung des Bistums Essen neu installiert worden.

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