Inklusion an Schulen

1767 Kinder im Duisburger Norden brauchen Unterstützung

Inklusion im Unterricht soll die Regel werden.

Inklusion im Unterricht soll die Regel werden.

Foto: Holger Hollemann/dpa

Duisburg-Nord.  617 Kinder und Jugendliche in den Stadtbezirken besuchen die Regelschulen, 1150 werden in den Förderschulen unterrichtet. Situation ist schlecht.

Rein zahlenmäßig tritt die Inklusion, der gemeinsame Schulunterricht von Kindern mit und ohne Handicaps, im Duisburger Norden auf der Stelle. Im abgelaufenen Schuljahr wie ein Jahr zuvor besuchten 65 Prozent aller Schüler mit einem Förderbedarf eine der fünf Förderschulen, die übrigen 35 Prozent gingen auf Regelschulen. Das zeigt ein Zahlenwerk der Stadtverwaltung, das vor der Sommerpause den Bezirksvertretungen vorgelegt wurde.

Danach hatten Ende 2017 von Ruhrort bis Overbruch insgesamt 1767 Schülerinnen und Schüler ei­nen Förderbedarf. Und davon waren 617 auf Regelschulen, jedoch 1150 auf Förderschulen.

Schule Am Rönsbergshof ist dauerhaft überlastet

Die zahlenmäßig größte Förderschule ist die James-Rizzi-Schule am Hohen Weg in Meiderich. Sie zählte damals 340 Kinder mit den beiden Förderschwerpunkten Lernen und Sprache. Die zweitgrößte Förderschule war damals die Schule am Rönsbergshof in Beeck. Die 247 Mädchen und Jungen dort sind geistig behindert. 220 Schülerinnen und Schüler zählte die Förderschule Duisburg-Nord an der Kopernikusstraße in Obermarxloh. Sie ist auf Kinder mit Lernproblemen spezialisiert.

Ganz anders die Schülerschaft der Christy-Brown-Schule an der Kalthoffstraße in Alt-Hamborn. Ihre 212 Kinder und Jugendlichen sind körperlich und motorisch eingeschränkt. Als einzige Förderschule im Duisburger Norden ist sie nicht in der Trägerschaft der Stadt, sondern des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Die geringste Schülerzahl wies mit 131 die Alfred-Adler-Schule in Vierlinden auf, eine Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung.

Auch an der Christy-Brown-Schule gibt es steigende Schülerzahlen

Zur Entwicklung dieser Schulen heißt es in dem Bericht, die Schülerzahl an der Alfred-Adler-Schule steige seit Jahren. Es müsse geprüft werden, ob ihre Räume dafür noch ausreichen und ob dort auch Sanierungsarbeiten notwendig sind. Auch an der Christy-Brown-Schule gebe es seit Jahren steigende Schülerzahlen. Sie kooperiert eng mit der Gesamtschule Emschertal in Alt-Hamborn, die aber laut Stadtverwaltung noch gar keine Schule des Gemeinsamen Lernens (GL) ist. Und so brachten es alle GL-Schulen im Norden der Stadt, also alle Regelschulen, die Schüler mit körperlichen und motorischen Einschränkungen aufnehmen, gerade einmal auf 22 Schülerinnen und Schüler mit diesem Handicap.

Zur Förderschule Duisburg-Nord heißt es, ihre Schülerzahl sei seit Jahren konstant. Zusammen mit ihrer Nebenstelle, der ehemaligen Dittfeldschule in Fahrn, verfüge sie über genügend Räume. Allerdings sollen die vorhandenen Kapazitäten zwecks besserer Nutzung überprüft werden.

Lehrerzimmer ist zum Klassenzimmer umfunktioniert worden

Die Schule Am Rönsbergshof gilt als überlastet. Sie nehme 45 Prozent mehr Kinder auf, als eigentlich möglich sei. Es gebe keine Räume, um sich in kleineren Lerngruppen mal zurückziehen zu können. Selbst das Lehrerzimmer sei zum Klassenzimmer umfunktioniert. „Der aktuelle Fehlbedarf muss dringend ausgeglichen werden“, denn da andere Förderschulen mit dieser Ausrichtung auch überlaufen seien, könnten die Schüler nicht woanders unterrichtet werden. Die James-Rizzi-Schule sei am Standort Hoher Weg auch völlig ausgelastet. Sie verfügt aber über eine Nebenstelle und hat starken Zulauf.

Die Hälfte der Jugendlichen hat Lernprobleme 

Von 34 Grundschulen im nördlichen Stadtgebiet sind 19 GL-Schulen. Die Anzahl der Kinder mit Handicaps, die dort Ende vergangenen Jahres unterrichtet wurden, schwankte zwischen maximal 28 an der Hundertwasser-Schule an der Karolinenstraße in Obermeiderich und einem Kind an der Städtischen Katholischen Grundschule Nombericher Straße in Untermeiderich.

Die meisten der 208 betreuten Mädchen und Jungen mit Förderbedarfen hatten Lern- und Entwicklungsstörungen. Etwa jedes vierte betroffene Kind hatte Verhaltensprobleme oder sprachliche Defizite. Kinder mit geistiger Behinderung, körperlichen und motorischen Einschränkungen oder Hörschwäche stellten die großen Ausnahmen dar.

Bei den insgesamt 14 weiterführenden GL-Schulen, darunter alle im Bezirk Meiderich/Beeck sowie neun von 13 in Walsum und Hamborn, stellten Kinder mit Lernschwierigkeiten mit etwas über 50 Prozent der 409 Fälle die größte Gruppe, gefolgt von Schülern mit emotionalen und sozialen Auffälligkeiten (25 Prozent) und solchen mit Sprachdefiziten (10 Prozent).

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