Feuerwehr-Einsatz

Niederrhein-Therme: Ermittlungen wegen Brandstiftung

Großeinsatz in der Niederrheintherme: In der Nacht von Sonntag auf Montag ist dort in einer Sauna ein Brand ausgebrochen.

Großeinsatz in der Niederrheintherme: In der Nacht von Sonntag auf Montag ist dort in einer Sauna ein Brand ausgebrochen.

Foto: WTVnews

Duisburg.  Nach dem Feuer in der Duisburger Niederrhein-Therme ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Jugendliche sind im Visier. Zeugen werden gesucht.

Brandgeruch liegt auch am Montagmittag noch in der Luft. Marion und Peter Block stehen vor dem 40 Meter und acht Meter hohen Gradierwerk der Niederrhein-Therme Mattlerbusch. Der rechte Teil ist in der Nacht von Sonntag auf Montag durch ein Feuer auf einer Länge von 15 Metern komplett zerstört worden – ebenso wie eine direkt angrenzende Blocksauna, eine der größten der Therme mit Platz für 80 bis 85 Personen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schließt einen technischen Defekt aus und ermittelt wegen Brandstiftung – ob vorsätzlich oder fahrlässig könne derzeit noch nicht gesagt werden, so ein Sprecher.

„Wir haben um 23.40 Uhr aus dem Fenster geschaut und die Flammen deutlich gesehen“, erzählt Peter Block, der mit seiner Frau rund 400 Meter Luftlinie von der Therme entfernt wohnt. „Wir sind dann mit den Rädern herübergefahren und haben ein Auto, einen dunklen Mittelklassewagen, mit Standlicht vom Parkplatz wegfahren sehen. Das kam uns irgendwie komisch vor und haben das deshalb der Polizei zu Protokoll gegeben.“

Gruppe von Jugendlichen im Visier der Ermittler

Die Polizei sucht konkret nach einer größeren Gruppe von Jugendlichen, die um 23 Uhr in unmittelbarer Nähe des Gradierwerkes gesehen worden sind. Teile der Gruppe seien in ein Auto unbekannten Fabrikats gestiegen, das auf einem Parkplatz in Brauhausnähe stand und sich in unbekannte Richtung entfernte.

Wer wie Marion und Peter Block etwas Verdächtiges bemerkt hat, wer Angaben zu den Jugendlichen, dem Brand oder dem Auto machen kann, soll sich bei der Polizei unter 0203/2800 melden.

Großbrand in Niederrheintherme: Luftaufnahmen zeigen Ausmaß
Großrand in Niederrheintherme- Luftaufnahmen zeigen Ausmaß

Als das Duisburger Ehepaar am Gradierwerk ankam, schlugen die Flammen bereits in den Himmel. „Es hat lichterloh gebrannt. Es war erschreckend“, erzählt Marion Block. Ihr Mann nickt. „Der Funkenflug war so stark, dass wir in einem Pavillon Zuflucht gesucht haben.“

Feuerwehr konnte Ausbreitung des Feuers aufs Hauptgebäude verhindern

Das Feuer drohte, das Hauptgebäude anzugreifen, berichtet die Duisburger Feuerwehr. Die Einsatzkräfte konnten eine Ausbreitung aber erfolgreich verhindern, heißt es weiter in einer Stellungnahme. Gegen 2.45 Uhr sei der Großbrand größtenteils gelöscht gewesen. Die Nachlöscharbeiten dauerten noch in den Mittagsstunden an.

Die öffentliche Gasversorgungsleitung zu den Gebäuden der Therme wurde während des Einsatzes abgesichert. Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft hat es durch den Brand nicht gegeben. Insgesamt waren 45 Einsatzkräfte mit 20 Fahrzeugen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes vor Ort. Über die genaue Schadenshöhe kann noch keine Auskunft gegeben werden.

Niederrhein-Therme öffnet am Dienstag wieder

Die Therme blieb laut Sprecherin Sandra Blat y Bränder am Montag geschlossen, wird aber am Dienstag aber mit leichten Einschränkungen wieder öffnen. Teile des Saunagartens werden demnach gesperrt. Es fehlen einzelne Liegemöglichkeiten und die komplett zerstörte Sauna kann logischerweise ebenfalls nicht genutzt werden. Dies gilt auch für den 21. Juni, wenn zur Sommersonnenwende bis Mitternacht geöffnet ist. „Das Programm findet aber trotzdem statt, wird einfach etwas umgestrickt“, so Blat y Bränder.

Der Schock nach dem Brand sei immer noch groß. „Aber das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde“, so die Sprecherin.

Gradierwerk im Revierpark Mattlerbusch sollte erneuert werden

Wie es nun mit dem Gradierwerk weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Es ist bereits seit längerem außer Betrieb und sollte für rund 600.000 Euro saniert werden. Die Stadt Duisburg und der Regionalverband Ruhr (RVR) hatten als Gesellschafter nach Angaben von Blat y Bränder zuletzt positive Signale hinsichtlich der Finanzierung für die Konstruktion aus Reisig mit salzigem Sprühnebel gesendet. „Es mussten eigentlich nur noch Details geklärt werden“, so die Sprecherin. „Das Konzept lag schon vor, ein Architekt war bereits beauftragt.“

Ellen Pflug, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, macht sich trotz des Großbrands weiter für die Sanierung und den Erhalt der Saline stark: „Jetzt erst Recht.“

(mit dpa)

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