Gericht

Neun Jahre Haft für den „Räuber mit der Koboldmaske“

Das Landgericht Duisburg verurteilte den „Räuber mit der Koboldmaske“ zu neun Jahren Haft.

Foto: Udo Milbret

Das Landgericht Duisburg verurteilte den „Räuber mit der Koboldmaske“ zu neun Jahren Haft. Foto: Udo Milbret

Duisburg.   23-jähriger Meidericher überfiel maskiert sechs Tankstellen u.a. in Duisburg. Das Landgericht Duisburg verurteilte ihn zu neun Jahren Haft.

Zu Beginn des Prozesses hatte der Angeklagte noch in Fernsehkameras gelächelt und mit Medien-Vertretern gescherzt. Ohne sichtbare Regung nahm der 23-jährige Meidericher am Montag das Urteil des Landgerichts entgegen: Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung verurteilte ihn die 1. Große Strafkammer zu neun Jahren Gefängnis. Innerhalb von nur sechs Wochen, zwischen dem 25. Februar und dem 8. April, hatte „der Räuber mit der Koboldmaske“ sechs Tankstellen in Duisburg, Mülheim, Bergkamen und Sonsbeck überfallen.

Erbeutete Zigaretten verschenkte er

Stets ging der Täter dabei nach dem gleichen Schema vor: Er versteckte sein Gesicht hinter einer grünen Halloweenmaske, schoss nach dem Betreten der Ladenlokale zur Warnung mit seiner Schreckschusspistole, die einer echten Waffe täuschend ähnlich sah, in die Luft. Dann bedrohte er die Angestellten, ließ sich Bargeld und Zigaretten aushändigen. Die Zigaretten verschenkte der Nichtraucher hinterher an Bekannte. Die rund 5150 Euro Beute verprasste der Arbeitslose.

Zu Gunsten des bislang nur geringfügig vorbestraften Mannes wertete das Gericht vor allem das rückhaltlose Geständnis des Angeklagten: Es habe wesentlich zur Verkürzung des Verfahrens beigetragen und den Zeugen eine Aussage vor Gericht erspart. Zudem, so die Richter, habe der 23-Jährige bei seinen Taten keine körperliche Gewalt angewandt. Alle Zeugen blieben unverletzt. Ebenso berücksichtigte die Kammer das noch recht junge Alter des Angeklagten, der vor Gericht einen eher unreifen Eindruck machte, was ihm, hätte er die Schwelle von 21 Jahren nicht bereits überschritten, mit Sicherheit eine vergleichsweise milde Jugendstrafe eingebracht hätte.

Hohes Maß an krimineller Energie

Allerdings kam der Vorsitzende nicht umhin, dem Angeklagten auch ein hohes Maß an krimineller Energie zuzurechnen. Dafür spreche die Fülle der Taten in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum ebenso wie die Vorbereitung: so benutzte der 23-Jährige stets Fluchtwagen, die er mit zuvor gestohlenen Kennzeichen versehen hatte.

Bei der ersten Tat, bei der am 8. Februar eine Tankstelle an der Bürgermeister-Pütz-Straße in Meiderich überfallen worden war, hatte der Angeklagte zwei Begleiter gehabt. Sie hatte die Polizei ebenfalls im Mai zunächst festgenommen. Allerdings waren die beiden 19 und 22 Jahre alten Männer wohl ebenfalls davon überrascht worden, dass der 23-Jährige ihnen am Tattag an der Tankstelle eröffnet hatte, er wolle diese nun überfallen und sie sollten auf ihn warten. Das Ermittlungsverfahren gegen den 22-Jährigen wurde inzwischen bereits offiziell eingestellt.

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