Mieten

Neuer Mietspiegel für Duisburg zeigt Nord-Süd-Gefälle

Der Stadtteil Rahm im Duisburger Süden. Hier sind die Mieten höher als im Norden.

Der Stadtteil Rahm im Duisburger Süden. Hier sind die Mieten höher als im Norden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  Ab November gilt ein neuer Mietspiegel für Duisburg. Die übliche Vergleichsmiete steigt moderat an. Unterschiede zwischen Norden und Süden.

Die ortsübliche Vergleichsmiete in Duisburg steigt zum 1. November um 3,1 Prozent. So legt es der neue Mietspiegel fest, der ab dem 1. November gilt. Er wurde am Donnerstag von einer Kommission beschlossen, in der Mietervereine, Haus- und Grundeigentümer, sowie die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen Duisburg-Niederrhein vertreten sind. Demnach steigt der Mittelwert der Kaltmiete für eine durchschnittliche Wohnung gegenüber dem seit 2017 gültigen Mietspiegel um 16 Cent pro Quadratmeter auf 5,44 Euro. Ein Nord-Süd-Gefälle bleibt bestehen. Neue Erkenntnisse gibt es über die Leerstandsquote.

Mieten: Niveau für Groß- und Universitätsstadt vergleichsweise niedrig

„Das Mietniveau bleibt nach wie vor für eine Groß- und Universitätsstadt vergleichsweise niedrig und ist ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil für Duisburg“, sagte Thomas Krützberg, Dezernent für Soziales und Wohnen. In den zwölf größten Städten in NRW ist Wohnraum nur in Gelsenkirchen günstiger. Die Spanne der ortsüblichen Mieten reicht künftig von 4,83 Euro (normale Wohnlage, vor 1948 bezugsfertig, bis 70 m2 groß, mit Heizung, Bad und Iso-Verglasung) bis 8,89 Euro (gute Wohnlage, ab 1995 bezugsfertig, bis 50 m2 groß). Die Werte dienen als Richtschnur für Mieter wie Vermieter – bei der Vereinbarung des Mietzinses und auch in juristischen Auseinandersetzungen – sowie für die Bauwirtschaft, bei der Kalkulation von Wohnbau-Projekten. „Wir wollen damit den Mietfrieden herbeiführen“, erklärte Thomas Schürkes (Amt für Soziales und Wohnen).

Zwischen den beiden Fraktionen habe es in den Arbeitssitzungen der Kommission „heftige Diskussionen, aber einen auf Kompromiss angelegten Diskurs“ gegeben, berichtete Krützberg. Beide Seiten waren bei der Vorstellung des Mietspiegels mit dem Ergebnis zufrieden. „Die Wohnungswirtschaft kann mit der Anpassung leben, obwohl sie nur den Lebenshaltungsindex abbildet“, stellte Dietmar Vornweg (AG Wohnungswirtschaft) fest, „ist gibt eine ganz normale, ruhige Weiterentwicklung der Mieten“.350 neue Wohnungen im Dellviertel und ein Bürohaus im Süden

„Auch wir kommen nicht daran vorbei, dass Bauen teurer wird“, sagte Peter Heß für die Interessenvertreter der Mietervereine. Im Konsens im mit der örtlichen Wohnungswirtschaft sei es der Kommission in der Vergangenheit gelungen, durch den Mietspiegel „zeitgemäße Anreize zu setzen“ für den Bau von mehr altersgerechten und barrierefreien Wohnungen. „In dieser Hinsicht ist Duisburg ein leuchtendes Beispiel“, lobte Heß. Bestehen bleibt bei den Mieten ein Nord-Süd-Gefälle innerhalb der Stadt. Die hohe Leerstandsquote, berechnet auf Grundlage der Stromzähler, gebe es tatsächlich aber nicht, glaubt Dietmar Vornweg. „Darunter sind ganz viele Wohnungen, die nicht mehr vermietbar sind.“ Ein gewisser Anteil an Leerstand sei aber auch aus Sicht der Wohnungswirtschaft zu begrüßen.

Kritik an Wohnungsunternehmen ohne lokale Bindung

Einig sind sich die Mitglieder der Kommission an Wohnungsunternehmen, die ihre Bestände verkommen lassen. Wegen Sicherheitsmängeln hatte die Stadt deshalb zuletzt Räumungen in Homberg-Hochheide und Neumühl angeordnet. „Diese Unternehmen haben Wohnen zur Handelsware degradiert, ihnen fehlt jede Verbindung zum Mieter vor Ort“, kritisierte Peter Heß. Auch die Duisburger Wohnungswirtschaft sieht den Gesetzgeber in der Pflicht, die Eigentümerwechsel in schneller Folge zu unterbinden: Es könne nicht sein, dass der Bürger Grunderwerbsteuer zahlen müsse, die Transaktionen von großen Wohnungsbeständen aber nicht steuerlich belastet würden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben