Tierpark

Von Wien nach Duisburg - Hans Köppen wird neuer Zoo-Chef

Der bisherige Chef Achim Winkler (im Bild) bleibt zoologischer Direktor im Duisburger Tierpark.

Der bisherige Chef Achim Winkler (im Bild) bleibt zoologischer Direktor im Duisburger Tierpark.

Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services

Duisburg.   Der Zoo bekommt im Juni 2017 neuen Vorstandschef, der sich um die Geschäfte kümmert. Hans Köppen ist noch Geschäftsführer des Aqua-Zoos in Wien.

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Dobbie ist der Name des jüngsten Delfins im Duisburger Zoo, der zur Taufe am Donnerstag erstmals Runden im Delfinarium drehte. Noch interessanter ist allerdings einer anderer Name, der seit Donnerstag feststeht: Hans Köppen. So heißt nach WAZ-Informationen der künftige Zoo-Direktor im Tierpark Kaiserberg. Er kennt sich mit Meerestieren aus: Der 49-Jährige ist derzeit noch Geschäftsführer des Wiener Aqua-Zoos.

Der gebürtige Deutsche leitet seit 2006 das „Haus der Meere“ in Österreichs Hauptstadt. Er wurde am Donnerstag einstimmig im Aufsichtsrat der Zoo AG gewählt. Neuer technischer und kaufmännischer Zoo-Direktor und damit Vorstandsvorsitzender soll er zum 1. Juni 2017 werden. In Kürze soll er in Duisburg seinen Fünf-Jahres-Vertrag unterschreiben.

Winker bleibt zoologischer Leiter

Der bisherige Zoo-Chef Achim Winkler, dessen Vertrag kürzlich um fünf Jahre verlängert wurde, bleibt zoologischer Direktor im Tierpark. Doch das unternehmerische Sagen soll künftig der neue Manager haben. Ein deutliches Signal, dass Duisburgs Tierpark auf stabilere finanzielle und betriebswirtschaftliche Füße gestellt werden soll und auch Kritik am Wirtschaften Winklers. Der bisherige Zoo-Kaufmann Detlef Hamacher soll über einen Aufhebungsvertrag und einer Abfindung vorzeitig vor dem eigentlichen Ruhestand-Termin Mitte 2018 ausscheiden.

Der Aufsichtsrat hatten den neuen Zoo-Direktor über das Kölner Personalinstitut „ifp“ suchen lassen, das schon mit dem Gebag-Chef Bernd Wortmeyer und dem neuen Leiter des städtischem Immobiliendienstes IMD, Christoph Weber, erfolgreich im Einsatz war.

Hervorragender Eindruck im Vorstellungsgespräch

Köppen hatte sich in der vergangenen Woche in Duisburg vorgestellt und offenbar einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Als „Mann der Zahlen“, der zugleich Zoo-Erfahrung und Technik-Kompetenz mitbringe, passe der 49-Jährige perfekt ins Suchbild, heißt es. Vor allem bei Einnahmen und Sponsoring hofft man auf Impulse.

Während der weitaus größere Duisburger Zoo arge Finanzprobleme hat und die Stadt ihre jährlichen Zuschüsse auf über 2,5 Millionen Euro anheben musste, bringt Köppen aus Wien die Erfolgsmeldung mit, dass sich das „Haus der Meere“ mit 53 Mitarbeitern weitgehend selbst trägt. Demnach gab es bis 2008 Zuschüsse für den „laufenden Betrieb“, danach nur für Projekte. 2010 etwa 85 000 Euro für ein neues Korallenbecken – gerade mal 1,57 Prozent betrug der Förderanteil im Jahresbudget.

„In 44 Subventionsjahren erhielten wir den Gegenwert von rund 1,6 Millionen Euro. Dies entsprach einer durchschnittlichen, monatlichen Förderung von rund Euro 3000“, heißt es auf der Homepage des Zoos. Zugleich verdoppelte er die Besucherzahlen laut Statistik auf rund 586 000.

>>> DATEN UND FAKTEN ZUM WIENER AQUA-ZOO

Der Wiener „Aqua Terra Zoo“ residiert in einem knapp 50 Meter hohen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf elf Geschossebenen und einer Fläche von rund 5000 m² tummeln sich über 10.000 Tiere: Haie, Rochen, Krokodile, Echsen aller Art, Schlangen, Fische, Vögel und Äffchen. Zu den Höhepunkten zählt ein 300.000 Liter fassendes zweistöckiges Haibecken und ein Brandungsriff.

Der Zoo wurde 55 Jahre von einem privaten Trägerverein geführt. Seit 2013 ist dafür eine GmbH zuständig, dessen Geschäftsführer Hans Köppen ist.

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