Technik

Technik hilft Menschen mit Handicap bei der Kommunikation

Gamal Halaga, Gisela Tübee, Alexander Bokelmann (Rhea Media), Andreas Pennings (Anwender) sowie Sören Link und Ralf Meurer sind begeistert.

Gamal Halaga, Gisela Tübee, Alexander Bokelmann (Rhea Media), Andreas Pennings (Anwender) sowie Sören Link und Ralf Meurer sind begeistert.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Reha Media macht Menschen mit Behinderung wieder kommunikationsfähig. Oberbürgermeister Sören Link machte sich ein Bild vom Nischenunternehmen.

Andreas Pennings nimmt teil. An allem. Voller Freude und Dankbarkeit. Er kommuniziert wie jeder andere auch: Er verschickt SMS und plaudert. Er macht Einkäufe, surft im Netz und lebt in einer eigenen Wohnung. Dass das so ist, verdankt der 40-Jährige einigen technischen Errungenschaften und der Fachkompetenz der Firma Reha Media. Seit etwa acht Jahren hat Pennings ein sogenanntes „inkomplettes Locked-In-Syndrom“, ist nach mehrerer Schlaganfälle gelähmt und kann sich weder sprachlich noch mittels Bewegung verständlich machen. Mit Hilfe einer augengesteuerten Kommunikationshilfe sowie weiterer High-Tech-Gerätschaften meistert er den Alltag, spricht über eine Computerstimme und bedient elektrische Geräte per Augensteuerung.

Anlässlich des Wirtschaftsdialogs haben sich jetzt OB Sören Link und Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg, das Unternehmen Reha Media in Neudorf angeschaut. Dort werden Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung entwickelt. Geschäftsführer Gamal Halaga und einige Kommunikationsexperten berichteten von einem Nischenmarkt, dessen Angebote Leben verändern.

„Bessere Technik und die fortschreitende Digitalisierung bedeuten, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, Menschen zu helfen“, sagt Halaga, der seine Jugend in Kanada verbrachte und als überzeugter Wahl-Duisburger seit knapp 25 Jahren das Unternehmen Reha Media führt. „Gerade die Kommunikation, das aktive Teilnehmen an der Gesellschaft ist ein Grundbedürfnis“, sagt er weiter. Um das auch gelähmten oder sprachbehinderten Menschen zu ermöglichen, müssten Technologie und Medizin sich vereinen. „Ein Computer mit Augensteuerungstechnologie ist Technik, die Sinn stiftet“, findet Halaga.

Technik bekannter machen

Alexander Bokelmann, Vertriebsleiter von Reha Media, erklärt, dass Deutschland auf dem Gebiet elektronischer Hilfsmittel weit hinter anderen zurückliege: „Leider sind wir hier nicht auf der Höhe der Zeit. Zu wenige Menschen wissen von den Möglichkeiten. Und zwar sowohl Mediziner als auch Betroffene“, sagt er. Er schätzt, dass etwa 70 Prozent der Menschen, die von den Hilfsmitteln profitieren könnten, schlicht nichts von den Möglichkeiten wissen.

Andreas Pennings möchte jedenfalls nicht mehr auf seine Computer-Assistenz verzichten: „Das wäre so, als würde mir ein Organ fehlen“, sagt er mit Hilfe des Sprachcomputers. In Windeseile schaut er auf Buchstaben in einem Display, schreibt so Worte, die dann per Computerstimme zu hören sind. So tippt er auch SMS oder bedient Elektro-Geräte in seiner eigenen Wohnung. „Dort kann ich nur wegen der Technik alleine leben“, freut er sich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben