Rhein

Badeunfall in Duisburg: Wo Trauernde schnell Hilfe bekommen

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Nach einem Badeunfall im Rhein ist eine 17-Jährige gestorben. Für zwei Vermisste (13, 14) besteht „keinerlei Hoffnung mehr“, heißt es von Einsatzkräften. 

Nach einem Badeunfall im Rhein ist eine 17-Jährige gestorben. Für zwei Vermisste (13, 14) besteht „keinerlei Hoffnung mehr“, heißt es von Einsatzkräften. 

Foto: Marius Fuhrmann

Duisburg.  Im Rhein sind drei jugendliche Mädchen ertrunken. Für Freunde und Klassenkameraden eine belastende Situation – für die es Hilfe in Duisburg gibt.

Nach einem tragischen Badeunfall im Rhein ist eine Jugendliche verstorben, zwei weitere Mädchen werden noch immer vermisst. Zwar sucht die Wasserschutzpolizei nach ihnen, doch die Einsatzkräfte glauben, dass keinerlei Überlebenschance besteht. Für Geschwister, Freunde und Klassenkameraden eine nur schwer auszuhaltende Situation.

„In solchen Situationen entsteht eine Sprachlosigkeit. Gestern Morgen waren sie noch da und es wurde zusammen gelacht“, beschreibt Gabriele Pauls Reiz, Familientherapeutin bei „Young Supporters“ in Duisburg, die dann oft empfundene Gefühlswelt. Der Verein hilft mit unterschiedlichen Angeboten Kindern und jungen Erwachsenen, die um einen Menschen trauern.

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Tragischer Tod eines Kindes: Wie Schulen mit so einer Situation umgehen

Gerade für eine Schulgemeinschaft sei ein solch plötzlicher Tod ein einschneidendes Erlebnis: „In der Schule sind Plätze frei. Das belastet die Gemeinschaft.“ In so einem jungen Alter sei es möglich, dass Jugendliche zum ersten Mal vom Tod persönlich betroffen sind. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema ist deshalb neu. „Es ist wichtig, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, über Gefühle zu sprechen.“

Die Berichterstattung zum tragischen Badeunfall in Duisburg:

Der Trauer müsse Raum gegeben werden. So sei es hilfreich, einen Ort zu haben, an dem etwa Kerzen, Fotos oder ein Kuscheltier abgelegt werden können. Auch Abschiedsbriefe oder Erinnerungen, die etwa an den Platz des Kindes im Klassenzimmer gelegt werden, seien gute Weg der Trauerbewältigung.

„Lehrer sind in so einer Situation oft hilflos, wollen nicht weinen – aber man darf Gefühle zeigen“, erklärt Pauls-Reize. Auch Wut dürfe in der Verzweiflung empfunden werden. Falsch wäre es hingegen, dass Geschehene zu verschweigen.

>> TRAUERBEWÄLTIGUNG FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

  • Bei „Young Supporters“ in Duisburg gibt es neben Gesprächen in Gruppen auch die Möglichkeit der telefonischen und digitalen Kontaktaufnahme – auch in türkischer Sprache.
  • Das Angebot richtet sich an Trauernde jeden Alters, die nicht den Mut haben, im Freundeskreis oder mit der Familie über den Verlust zu sprechen oder denen ein Gesprächspartner fehlt. Im Einsatz sind auch junge Erwachsene, die ebenfalls einen Menschen verloren haben und wissen, wie Trauer sich anfühlt.
  • Kontakt gibt es telefonisch unter 02065 90133 417 oder per E-Mail an kontakt@young-supporters.com

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