Rhein

Nach Todesfällen – Ärger über Badende im Duisburger Rhein

Der Rhein bei Duisburg: Gerade an den sogenannten Buhnen (rechts im Bild) können gefährliche Strömungen entstehen.

Der Rhein bei Duisburg: Gerade an den sogenannten Buhnen (rechts im Bild) können gefährliche Strömungen entstehen.

Foto: Hans Blossey

Duisburg.  Die Polizei Duisburg rätselt weiter über die Identität der beiden Toten aus dem Rhein. Retter berichtet von leichtsinnigen Familien am Fluss.

Viele Menschen unterschätzen in Duisburg offenbar noch immer die Gefahr des Schwimmens im Rhein. Zwei Tote haben Retter am Freitag aus dem Fluss gezogen, dazu erreichten die DLRG allein am zurückliegenden Sommerwochenende sechs Alarmierungen. Bezirksleiter Martin Flasbarth berichtet sogar von Familien, die mit aufblasbaren Tieren leichtsinnig im Wasser der Schifffahrtsstraße spielen.

Auch am Montag rätseln die Ermittler der Polizei noch, wer die beiden Toten aus dem Rhein sind. Obduktionen konnten ihre Identität nicht abschließend klären, die Ermittlungen gehen weiter. So bleibt die dringendste Frage: Wer sind der Mann und die Frau? „Erst wenn wir ihre Identität kennen, können wir verlässlich zu den Hintergründen forschen“, erklärt Polizeisprecherin Stefanie Bersin.

Duisburg: Identitäten der Toten aus dem Rhein sind noch unklar

Im Fall des etwa 25 Jahre alten Mannes, dessen lebloser Körper am Freitagmorgen bei Homberg aus dem Wasser geborgen wurde, kann die Polizei zumindest ein Fremdverschulden ausschließen. Der dunkelhäutige Mann trug keine Schwimmkleidung, war mit einer Jeans bekleidet.

Die Identität der toten Frau, die Einsatzkräfte am selben Tag um 16.40 Uhr in Höhe Ehingen an Land zogen, müssen die Ermittler ebenfalls noch klären. In diesem Fall verzichtete das zuständige Kommissariat vorerst aber auf eine Obduktion.

DLRG-Bezirksleiter: „Die Leute sind so leichtsinnig“

Die beiden jüngsten Todesfälle haben die Menschen aber anscheinend nicht abgeschreckt. DLRG-Bezirksleiter Martin Flasbarth schildert seine Beobachtungen vom Wochenende: „Zwischen den Buhnen haben Familien zum Teil mit aufblasbaren Schwimmtieren im Wasser gespielt. Familienväter waren mit zwei Kindern im Wasser. Die Leute sind so leichtsinnig.“

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Auf Warnungen der Retter noch während der laufenden Sucheinsätze hätten die Menschen kaum reagiert.

Trauriger Trend: Vier Menschen starben 2020 bislang im Rhein bei Duisburg

Flasbarth unterstreicht im Zusammenhang mit den aktuellen Fällen noch einmal, wie gefährlich der Rhein vor allem wegen seiner unvorhersehbaren Strömungen für Schwimmer ist. „Die Fließgeschwindigkeit ist sehr hoch. Da kann sich kein normaler Schwimmer halten“, sagt er.

Gerade an den Köpfen der Buhnen entstünden durch vorbeifahrende Schiffe enorme Kräfte. „Der Rhein ist eine Bundeswasserstraße. Man würde ja auch nicht auf die Idee kommen, mit seiner Familie auf der Autobahn Inliner zu fahren“, verdeutlicht der Experte.

65 Menschen sind laut DLRG im Jahr 2019 in Flüssen und Seen in NRW ertrunken. Nach Informationen der Polizei starben 2019 zwei Frauen und ein Mann im Duisburger Rheinabschnitt.

Martin Flasbarth rechnet 2020 mit einem Anstieg: „Die Schwimmbäder waren zu Beginn der Saison wegen der Corona-Pandemie geschlossen, haben jetzt ihre Besucherzahlen limitiert. Da zieht es die Menschen an den Rhein.“

Acht Einsätze wegen Personen im Rhein und vier Tote hat die Polizei für Duisburg im Jahr 2020 bislang bereits registriert. Ein trauriger Trend.

DLRG-Experte: „Menschen sollen in die Freibäder gehen“

Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß der 62 Jahre alte Martin Flasbarth, an welchen Stellen im Stadtgebiet sich die Menschen gerne am und im Fluss tummeln: Er nennt den Mündelheimer Rheinbogen, den Alsumer Strand, den linksrheinischen Bereich zwischen Krupp-Hafen und Essenberger Rheinbrücke und, ebenfalls linksrheinisch, Abschnitte in Homberg.

An genannten Stellen würde auch der derzeit niedrige Wasserstand zum Leichtsinn verleiten. Auch hier spricht der DLRG-Mann eine klare Warnung aus: „Man kommt der Fahrrinne der Schiffe so noch näher. Die Menschen sollen vernünftig sein und in die Freibäder gehen.“

Nur drei Seen sind in Duisburg zum Baden freigegeben

  • Auch an den Seen in Duisburg ist beim Baden Vorsicht geboten. Nur drei Seen sind im Bereich der Freibäder vor Ort als Badeseen freigegeben. Dabei handelt es sich um den Kruppsee, den Wolfsee und den Großenbaumer See.
  • In Duisburg sind aktuell zudem das Freibad in Homberg und das Walsumer Allwetterbad geöffnet.
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