Gerichtsurteil

Nach Tod eines 14-Jährigen in Marxloh: Angeklagter frei

Ein Beamter der Spurensicherung am Tatort: Am 16. April 2017 wurde bei einer Auseinandersetzung in der Henriettenstraße in Duisburg Marxloh ein 14-Jähriger durch einen Stich in den Rücken tödlich verletzt.

Foto: Stephan Eickershoff

Ein Beamter der Spurensicherung am Tatort: Am 16. April 2017 wurde bei einer Auseinandersetzung in der Henriettenstraße in Duisburg Marxloh ein 14-Jähriger durch einen Stich in den Rücken tödlich verletzt. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Aus Mangel an Beweisen: Das Landgericht Duisburg hat den Hauptangeklagten, der im vergangenen April in Duisburg einen Jungen erstochen haben sollte, freigesprochen.

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Blutig endete am Abend des 16. April 2017 auf der Henriettenstraße in Marxloh eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen Bulgaren aus Dortmund und Duisburg. Auslöser war offenbar ein persönlicher Zwist zwischen einzelnen Beteiligten. Am Ende lag ein 14-jähriger Duisburger erstochen auf der Straße. Einen 53-jährigen Dortmunder, der im Zusammenhang mit dem Geschehen wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz stand, musste die 5. Große Strafkammer gestern freisprechen.

Laut Anklage hatte er dem Jugendlichen ein Jagdmesser mit 14 Zentimeter Klingenlänge in den Körper gerammt. Die Waffe verletzte eine Lungenschlagader, der Jugendliche verblutete unrettbar.

Angeklagter schweigt während des Prozesses

Bereits zuvor soll der 53-Jährige einen weiteren Zeugen durch einen Stich in den Rücken leicht verletzt haben. Doch nichts davon konnte in dem mehrtägigen Verfahren vor dem Schwurgericht mit der nötigen Sicherheit bewiesen werden.

Der Angeklagte hatte während des Prozesses geschwiegen. Gegenüber der Polizei hatte er nach seiner Festnahme vier Tage nach der Tat zugegeben, zu jenen gehört zu haben, die am Tatabend aus Dortmund angereist waren. Er sei aber nicht an der eigentlichen Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Das Gegenteil war vor dem Landgericht nicht zu beweisen.

Angesichts des Umstands, dass sich an der Tatwaffe Spuren beider Opfer befanden, ging das Gericht zwar davon aus, dass es sich um ein und denselben Täter handelte. Der Nachweis, dass der Angeklagte mit dem Messer zustach, sei allerdings nicht zu führen, so die Richter. Kein Zeuge hatte eine entsprechende Beobachtung gemacht.

Der Vater des Getöteten hatte einen Mann als Täter beschrieben, der definitiv nicht der Angeklagte war. Und an dem Jagdmesser fanden sich DNA-Spuren des Angeklagten, von dessen kurzzeitig ebenfalls unter Verdacht geratenem Sohn und einer unbekannten dritten Person.

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