Tier-Schicksal

Nach OP: Bountys Duisburger Besitzerin dankt "allen, die Mitleid haben"

Die französische Bulldogge Bounty.

Die französische Bulldogge Bounty.

Foto: Tierklinik Asterlagen

Duisburg.  Die offenbar schwer misshandelte Bulldogge Bounty ist auf dem Weg der Besserung. Mittlerweile wurde in Duisburg Strafanzeige gegen die mutmaßlichen Tierquäler erstattet – allerdings nicht durch die Besitzerin.

Hundedame Bounty ist auf dem Weg der Besserung. "Ich bedanke mich sehr bei all den Menschen, die Mitleid haben und für Bounty spendeten", schreibt bei Facebook die Besitzerin der dreijährigen französischen Bulldogge, die Ende Mai in Duisburg von einer Gruppe Männer entführt und dann offenbar misshandelt wurde. Einen Tag später hatte man das Tier schwer verletzt in Voerde aufgefunden. Strafanzeige gegen die mutmaßlichen Tierquäler aber hat die Hundehalterin nach Informationen dieser Redaktion bisher (Stand: 8. Juni) nicht gestellt – sondern ein Fremder. Das rief Kritiker und Zweifler auf den Plan.

Stimmung bei Facebook kippt nach Bountys OP

Zunächst hatte der Fall der kleinen Hundedame große Bestürzung und Hilfsbereitschaft bei Tierfreunden in Duisburg und Umgebung hervorgerufen, der Spendenaufruf verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch das soziale Netzwerk Facebook. Doch dann kippte die Stimmung: Die Freude darüber, dass es dem Tier nach seiner durch Spenden finanzierten, 2000 Euro teuren Hüft-OP in einer Duisburger Kleintierklinik immer besser geht, trübten besonders in der Facebook-Gruppe "Duisburger Nachrichten" Zweifel daran, dass die an die Öffentlichkeit getragene Leidensgeschichte des Hundes vollends der Wahrheit entspricht.

Der Administrator der "Duisburger Nachrichten" fragte öffentlich unter anderem: "Wie kann es sein, dass Menschen Hunde missbrauchen und drauf urinieren, nicht angezeigt werden? " Der Post endet mit den Worten: "Wir finden die komplette Geschichte ein bisschen komisch." Konkreter wird es danach aber nicht.

Bountys Besitzerin wolle nun doch noch Anzeige erstatten

Neben der nicht gestellten Anzeige wurde auch Kritik daran laut, dass Bountys Frauchen sich mit einer öffentlichen Danksagung an die Spender und Unterstützer fast eine Woche lang zurückhielt. Persönlich war für sie für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

Eine Online-Strafanzeige gegen Unbekannt wurde schließlich am 4. Juni gestellt, wie die Polizei dieser Redaktion am Freitag bestätigte. Ein Leser hatte sich nach unserer Berichterstattung an die Polizei gewandt. Bountys Besitzerin begründet bei Facebook ihr Zögern damit, dass "das Tier nur als Sache gesehen wird und es keine Hinweise gibt". Weiter wolle sie die ganze Angelegenheit erst einmal verarbeiten. Mittlerweile hat Bountys Besitzerin nach viel gutem Zureden einer anderen Nutzerin ihre Absicht kundgetan, den Fall doch noch zur Anzeige zu bringen.

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Das empfiehlt Stefanie Bersin, Sprecherin der Polizei Duisburg, dringend: "Wir können nur tätig werden, wenn wir wissen, was wir tun sollen." Sie verstehe generell nicht, warum Menschen sich zum Teil derart schwer tun, die Polizei einzuschalten und versichert, dass auch Fälle, in denen Tiere zu Schaden kommen, nicht als Bagatelle abgetan werden: "Die Kollegen nehmen das sehr ernst." Der Fall wird nun untersucht. So sieht das Strafgesetzbuch für Tierquälerei eine Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor.

Bounty bekommt am 11. Juni die Fäden gezogen

Bounty befindet sich nach wie vor in Obhut der Hundesuchhilfe Moers und Umgebung, die das Tier für die Zeit nach der Operation bei sich aufgenommen hat und päppelt. Am 11. Juni sollen der OP-Wunde die Fäden gezogen werden, dann geht es für die kleine Bulldogge zurück in ihr Zuhause nach Hamborn.

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