Gastronomie

Nach nur 1,5 Jahren: Beliebtes Eiscafé Rheineis schließt

Das Café RheinEis hat sich schnell zum Renner entwickelt. Jetzt sucht das Betreiber-Ehepaar Sandra Poth und Jürgen Kuhn einen Nachfolger.

Das Café RheinEis hat sich schnell zum Renner entwickelt. Jetzt sucht das Betreiber-Ehepaar Sandra Poth und Jürgen Kuhn einen Nachfolger.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wedau.  Hier gab es veganes Eis und ausgefallene Sorten: Rheineis schließt zum Ende der Saison. Trotzdem gibt es noch Hoffnung für das beliebte Eiscafé:

Kurz und knapp hat das Ehepaar Sandra Poth und Jürgen Kuhn auf ihre Facebook-Seite verkündet, dass die laufende Saison die letzte von Rheineis sein wird. Für die beiden war die Eröffnung der Eisdiele vor anderthalb Jahren ein Lebenstraum, den sie jetzt beenden. Das Aus für die beliebte Eisdiele muss das aber noch nicht bedeuten.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Jürgen Kuhn, der im Februar 2018 die Eisdiele Rheineis mit einem Partner eröffnet hatte. Als Seiteneinsteiger hatte Jürgen Kuhn schon länger die Idee gehabt, ein eigenes Eiscafé zu gründen. „Wir haben uns dann mit Rheineis einen Traum erfüllt“, sagt Jürgen Kuhn. „Aber letztendlich hat die Familie Vorrang.“

Familie kommt zu kurz

Nach kurzer Zeit schon schied der Partner von Jürgen Kuhn aus, und seine Frau Sandra Poth – eigentlich Krankenschwester – stieg Vollzeit ins Eiscafé ein. Eis in Bioqualität, veganes Eis und der zweite heiße Sommer in Folge bescherten Rheineis eine schöne, aber auch sehr arbeitsintensive Saison. „Ich komme morgens so gegen 7 Uhr ins Geschäft und bin eine halbe Stunde nach Ladenschluss raus. Meine Kinder habe ich in den letzten Monaten kaum gesehen“, sagt Jürgen Kuhn.

Das ist auch der Grund, warum sich das Ehepaar letztendlich entschlossen hat, den Traum vom eigenen Eiscafé wieder aufzugeben. „Wir waren das letzte Mal im vergangenen Herbst zusammen im Urlaub, jetzt ist unsere Jüngste in die Schule gekommen. Das erschwert die Organisation doch enorm.“

Jürgen Kuhn weiß auch, dass es „Jammern auf hohem Niveau ist“. Immerhin gönnt sich die Familie montags einen Ruhetag. „Aber das Familienleben ist einfach zu kurz gekommen, und das haben uns vor allem die Kinder immer wieder gesagt.“

Gespräche mit möglichen Nachfolgern

Hinzu kommt, dass weder Jürgen Kuhn, der hofft, nach Rheineis in seinem alten Beruf als Techniker wieder arbeiten zu können, noch seine Frau gut loslassen können. „Wir sind so etwas wie Kontrollfreaks“, sagt Kuhn. „Hätten wir noch einen Partner, könnten wir uns die Arbeit teilen, aber so machen wir lieber alles selber.“ Und damit sind die Betreiber von Rheineis bisher auch sehr gut gefahren. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich Rheineis etabliert. Kunden aus ganz Duisburg kommen nach Wedau, um das Eis, das ganz ohne Zusatzstoffe, künstliche Aromen und Geschmacksverstärker auskommt, zu probieren.

Wenn es nach Jürgen Kuhn geht, soll der Grundgedanke von Rheineis nicht mit ihm als Betreiber enden: Das Ehepaar sucht einen Nachfolger. „Wir führen derzeit viele Gespräche mit Interessenten“, sagt Kuhn. Jemand, der das Eiscafé definitiv übernehmen will, war bis jetzt aber noch nicht dabei. „Viele unterschätzen das ganze Equipment, was an einer Eisdiele dran hängt. Die Kosten sind schon um einiges höher, als wenn man nur ein normales Café betreibt.“

In den Herbstferien will Kuhn zusammen mit seiner Familie in den ersten gemeinsamen Urlaub in diesem Jahr fahren. Danach will er noch einmal für ein paar Wochen öffnen. Was allerdings passiert, wenn bis dahin kein Nachfolger gefunden wurde, weiß er nicht. „Ich denke, dass wir dann halt endgültig schließen werden.“

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