Glücksspiel

Nach Jahren geht es im Casino Duisburg wieder aufwärts

Jede Menge Jetons, aber sinkende Spielerträge: Das vergangene Jahr war der Tiefpunkt.

Jede Menge Jetons, aber sinkende Spielerträge: Das vergangene Jahr war der Tiefpunkt.

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Das Spielcasino im City-Palais hat seit dem Eröffnungsjahr 200.000 Besucher verloren. Überraschend soll im ersten Halbjahr 2015 jetzt die Trendwende in Sicht sein.

Die Kugel rollt, der Rubel aber immer weniger: Seit ihrer Eröffnung hat die Spielbank im City-Palais rund ein Drittel der Besucher verloren. 2007 lockte das Casino noch 585.000 Spieler an die Tische, im vergangenen Jahr waren es nur noch 380.000. Das staatliche Glücksspiel steckt nicht erst seit gestern in der Krise. Bundesweit schließen Casinos, Spieler wandern ins Internet ab, die Konkurrenz durch Spielhöllen wächst, in Duisburg trübt die geschlossene Mercatorhalle zusätzlich die Stimmung.

Zuletzt sorgte der Casino-Betreiber Westspiel mit Sitz in Duisburg mit einem umstrittenen Kunstverkauf für Schlagzeilen, indem er sich zur eigenen Sanierung gezwungen sah, zwei Warhol-Bilder für 151 Millionen Euro zu versteigern. Umso überraschender die Nachricht: Es geht plötzlich wieder aufwärts mit den Besucherzahlen, zumindest in Duisburg.

Das erste Halbjahr sei „positiv“ verlaufen, sagt Casino-Direktor Jochen Braun, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe man sowohl bei den Besucherzahlen als auch bei den Spielerträgen zulegen können. Doch woran liegt das, wo sich die Rahmenbedingungen doch eigentlich gar nicht verändert haben? „Wir haben das Spielangebot angepasst, sowohl das klassische Spiel erweitert und die Laufzeiten der Tische erhöht, als auch das Poker-Angebot um zwei Tische ergänzt“, sagt Braun. Inzwischen gibt es drei Pokerturniere in der Woche. „Und im Automaten-Casino bieten wir verstärkt die neuesten und interessantesten Geräte an“, sagt der Casino-Direktor.

Stadt profitiert durch die Spielbankabgabe

Mit den Automaten wird in Duisburg immer noch das meiste Geld umgesetzt, auch die Besucherzahl bleibt konstanter. Dass die Spielerträge wieder nach oben gehen, wäre eine Trendwende. Denn der in diesem Monat von Westspiel veröffentlichte Jahresabschluss 2014 verdeutlicht, wie tief die Zahlen zuletzt in den Keller rasselten. Demnach ist der Bruttospielertrag beim Automatenspiel um zwölf Prozent auf 21,2 Mio Euro eingebrochen, bei Roulette und Black Jack um 7,1 Prozent auf 13,3 Mio Euro. Schon 2013 ging der Spielertrag um 16,5 Prozent zurück, was Westspiel noch auf die Auswirkungen des Nichtraucherschutzgesetzes und die „hohen Spielgewinne einzelner Gäste“ zurückführte. Im Schnitt lassen die Spieler in Duisburg beim Besuch rund 100 Euro in den Automaten und rund 75 Euro an den Spieltischen.

Vom Casino-Standort Duisburg profitiert auch die Stadt durch die Spielbankabgabe, die zuletzt auf nur noch 4,1 Mio Euro abgeschmolzen war. Auch dem Kämmerer ist der überraschende Aufwärtstrend an den Spieltischen nicht verborgen geblieben: Er hat seine Erwartungen an die künftige Spielbankabgabe bereits auf 5,3 Millionen Euro hochgeschraubt. Dafür müssten die Besucher allerdings fast ein Viertel mehr Einsätze im Casino lassen.

Jahr Besucher Spielertrag in Euro
2007 585.580 55,4 Mio
2008 529.880 56,1 Mio
2009 485.430 46,4 Mio
2010 433.150 43,0 Mio
2011 426.000 45,8 Mio
2012 413.500 46,0 Mio
2013 399.100 38,4 Mio
2014 379.480 34,5 Mio
Spielbank Duisburg: Zahlen und Fakten 

Das Casino Duisburg ist eine von vier Spielbanken (Aachen, Hohensyburg, Bad Oeynhausen) der Westspiel-Gruppe, die ihren Sitz ebenfalls in Duisburg hat und insgesamt rund 730 Mitarbeiter beschäftigt. Eigentümer ist das Land über die NRW-Bank.

Krawattenzwang gibt es in der Spielbank im City-Palais nicht, die Kleiderordnung schreibt ein „Oberhemd mit durchgehender Knopfleiste“ sowie „geschlossenes Schuhwerk“ vor.

Es gibt insgesamt 31 Spieltische für Roulette, Black Jack und Poker. Mehr als 350 Spielgeräte mit 10 Jackpot-Anlagen stehen im Automaten-Casino, dort genügt „gepflegte Freizeitkleidung“.

Das besucherstärkste Jahr war 2007 (Eröffnung Ende Februar), das finanzstärkste 2008 mit einem Bruttospielertrag von 56,1 Millionen Euro. 2014 lag dieser bei 34,5 Mio Euro.

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