Stadtplanung

Nach dem FOC: Hamborn wartet auf Investoren

Das Gelände der alten Rhein-Ruhr-Halle direkt an der A 59 und rechts daneben das Gebäude des Stadtbades. Hinter der Halle die Siedlung am Zinkhüttenplatz, die für das FOC abgerissen worden wäre, jetzt aber erhalten bleibt und dem Düsseldorfer Investor Walter Brune gehört. 

Foto: Hans Blossey

Das Gelände der alten Rhein-Ruhr-Halle direkt an der A 59 und rechts daneben das Gebäude des Stadtbades. Hinter der Halle die Siedlung am Zinkhüttenplatz, die für das FOC abgerissen worden wäre, jetzt aber erhalten bleibt und dem Düsseldorfer Investor Walter Brune gehört.  Foto: Hans Blossey

Duisburg.   Was passiert auf dem Gelände von Rhein-Ruhr-Halle und Stadtbad, wo das FOC gebaut werden sollte? Die Verkaufsofferte der Stadt läuft jetzt aus.

Designer-Outlet auf der Duisburger Freiheit war gestern, Factory Outlet in Hamborn war vorgestern. So wie das Morgen für das citynahe Güterbahnhofsgelände gänzlich ungeklärt ist, bleibt auch die Zukunft für das Hamborner Areal mit der alten Rhein-Ruhr-Halle und dem Hamborner Stadtbad-Denkmal ungewiss: Immerhin, jetzt im November läuft die Ausschreibungsfrist der Verkaufsofferte der Stadt für das über vier Hektar große Grundstück aus. „Es gibt Interessenten“, gibt sich Baudezernent Carsten Tum zuversichtlich, dass sich etwas auf der für den Stadtnorden so bedeutsamen Fläche tut.

Einen Mindestkaufpreis von 3,9 Millionen Euro verlangt das städtische Immobilienmanagement für das Grundstück, auf dem die Rhein-Ruhr-Halle steht. Mindestens 340 000 Euro sollen es für das alte Stadtbad nebenan und die Fläche von einem Hektar sein. Investoren müssen wissen: Bei der Auswahl gelten zwei Bewertungskriterien zu gleichen Teilen: Kaufpreisgebot und ihr städtebaulich-funktionales Konzept. So steht es in dem Exposé zu der Fläche, deren Bebauung mit einem FOC nach jahrelangem Gezerre gescheitert war.

Nutzungskatalog soll als Leitlinie dienen

Ein Jahr ist es her, dass die Stadt aus öffentlichen Planungsrunden und Workshops mit Bürgerbeteiligung eine Dokumentation und einen Nutzungskatalog für das Areal erstellt hat, der den möglichen Investoren als Leitlinie dienen soll. Gastronomie, Markthalle, Kino, Freizeitangebote, auch für Kultur oder Bildung: Ideen gab es bei den Bürger- und Anliegerunden zuhauf. Auch ein orientalischer Basar gehörte dazu oder Freizeiteinrichtungen, speziell auch für Jugendliche, von Kletterhalle über Jugendzentrum bis Diskothek. Ins Gespräch gebracht wurde auch die Präsenz von Kultur- und Bildungseinrichtungen wie Stadtbücherei, Musikschule oder Volkshochschule.

Im Verkaufs-Beipackzettel zählte die Stadt die Planungsziele auf, bezeichnete sie als „Spektrum, in dem sich eine Nachnutzung entwickeln darf“: Büros/Dienstleistung, Einzelhandel, Sport-/Wellness, Ort für Kultur/Events, gastronomische Nutzungen, Bildungseinrichtungen, Kleingewerbe/Start-Ups. Besonders sensibel ist der Einzelhandel: Er soll die bestehenden Einzelhandelslagen Hamborn und Marxloh ergänzen, abrunden und stärken und darf eben nicht zu ihrer Schwächung führen. Auch innenstadtgefährdende Sortimente sind nicht gewünscht – Gruß an die alte FOC-Debatte.

Viele Ideen im Nutzungskatalog

Städtebaulich muss sich der Investoren-Entwurf an dem backsteinernen Stadtbad-Denkmal orientieren und das Entree an der Duisburger Straße als „prägnante Adresse erkennbar und erlebbar sein“, wie es in dem Exposé heißt. Für den Autoverkehr soll das Areal über die Walter-Rathenau-Straße erschlossen werden. Große Parkplätze an der Duisburger Straße sind nicht gewünscht.

Etliche Vorgaben für mögliche Interessenten also. Aber Baudezernent Tum weiß von „positiven Rückmeldungen“. Für das Areal wird man um einen Bebauungsplan nicht herumkommen. Und das Verfahren wird mindestens zwei Jahre dauern.

>> Was bisher geschah

- 2011 wurde die Rhein-Ruhr-Halle geschlossen - mit Atze Schröder als letztem Stargast. Das Stadtbad ist schon seit 1998 zu.

- Mit der Hallenschließung begannen die FOC-Pläne, die endgültig Anfang 2016 mit einem Ratsbeschluss beerdigt wurden. Das FOC hatte zu große planerische Hürden und den Investoren fehlte das Geld.

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