Verbrechen

Mutmaßliche Mörder aus Marxloh in der Türkei verhaftet

Betroffenheit in der Nachbarschaft: Einen Tag nach dem Mord eines Mannes an der Grillostraße hatte eine Nachbarin Kerzen vor die Haustür gestellt.

Betroffenheit in der Nachbarschaft: Einen Tag nach dem Mord eines Mannes an der Grillostraße hatte eine Nachbarin Kerzen vor die Haustür gestellt.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Die beiden Brüder sollen im Sommer 2015 einen Bekannten ihrer Mutter erschossen haben. Sie entkam durch einen Sprung aus dem Fenster.

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Die mutmaßlichen Mörder des 29-jährigen Tevrat Y., der Mitte 2015 an der Grillostraße in Marxloh erschossen wurde, sollen am Samstag im Südosten der Türkei verhaftet worden sein. Wie türkische Medien berichten, sollen sie von der Polizei nach einmonatiger Observation in ihrem Versteck, einem Haus in der Provinz Batman, festgenommen worden sein.

Achtfache Mutter rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster

Die Brüder, damals 16 und 24 Jahre alt, sollen einen Bekannten ihrer 44-jährigen Mutter in der Wohnung erschossen und ihre Mutter schwer verletzt haben. Die achtfache Mutter überlebte den Anschlag durch einen Sprung aus dem Fenster schwer verletzt.

Nachbarin Melanie Hammer berichtete damals unserer Zeitung, dass sie von ihrem Badezimmerfenster aus auf den Hof des Gebäudes schauen konnte, in dem es zu der Bluttat gekommen war. „Ich saß mit meinen Kindern in der Küche, als wir gegen 13.15 Uhr ein erbärmliches Jammern gehört haben. Ich dachte erst, jemand quält einen Hund. So etwas Schreckliches habe ich noch nie gehört.“ Dann seien Schüsse gefallen. Insgesamt drei. Melanie Hammer rannte zum Fenster, sah noch drei Männer, die hektisch weggelaufen seien. Sie alarmierte die Polizei, versorgte ihre Kinder und ging hinaus auf die Straße: „Ich dachte, vielleicht braucht jemand Hilfe.“

Unten angekommen sah sie auch schon die Frau mit einer blutenden Bauchwunde auf einem Treppenabsatz sitzen. Auch die Polizei war mittlerweile eingetroffen. Die verletzte 42-Jährige wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht und notoperiert – sie überlebte.

Bereits kurz nach der Bluttat am 31. Mai 2015 hatte die Polizei die Brüder Süphan und Mazlum Osmanoglu unter dringendem Verdacht, ihre eigene Mutter verletzt und ihren Bekannten getötet zu haben. Zu den Hintergründen der Tat mochte sich der leitende Staatsanwalt Garip Günes-Böhm damals nicht äußern.

Drei Tage nach den tödlichen Schüssen in Marxloh suchten die Beamten mit Fahndungsfotos nach den tatverdächtigen Brüdern, kurz darauf auch mit internationalem Haftbefehl weltweit. Denn die Duisburger Mordkommission hegte ebenso schnell den Verdacht, dass sich die Brüder in die Türkei abgesetzt haben könnten. Immerhin hatte sich auch der Vater der beiden seit einigen Jahren dort aufgehalten, weil er aus Deutschland wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation PKK abgeschoben worden war.

Das Verhältnis zum Opfer war nicht eindeutig geklärt

In welchem Verhältnis die beiden Opfer zueinander standen, war nicht eindeutig geklärt. Die Obduktion ergab, dass der Tote eine Schuss- und mehrere Stichverletzungen aufwies, deren Kombination tödlich war, so Günes-Böhm. Die Frau war mit einem Bauchschuss ins Krankenhaus gekommen.

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