Philharmoniker

Musiker spielen als Diener des Werks – auf hohem Niveau

Die britische Pianistin Imogen Cooper, Axel Kober und die Duisburger Philharmoniker ernteten viel Applaus für Mozarts Klavierkonzert.

Foto: iovanni Pinna

Die britische Pianistin Imogen Cooper, Axel Kober und die Duisburger Philharmoniker ernteten viel Applaus für Mozarts Klavierkonzert. Foto: iovanni Pinna

Duisburg.   Das 4. Philharmonische Konzert unter Axel Kober bot ein unspektakuläres Programm in der Mercatorhalle. Orchester und Solistin überzeugen rundum.

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Während sich das Bewerber-Karussell um die Nachfolge von Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi munter dreht und manche Überraschung bereithält, ist es kein Nachteil, wenn ein vertrauter Weggefährte der Duisburger Philharmoniker wie Rheinopern-Chef Axel Kober für ein paar Ruhepunkte sorgt. So auch im 4. Philharmonischen Konzert mit einem auf den ersten Blick unspektakulären Programm, bei dem sich Kober blind auf die hohe Spielqualität des Orchesters verlassen kann. Und zwar ohne die geringste Ambition, die bekannten Stücke von Mozart und Beethoven um jeden Preis gegen den Strich bürsten und die Interpretationsgeschichte neu schreiben zu wollen.

So lieferte Axel Kober mit dem gut disponierten Orchester eine grundsolide Wiedergabe von Beethovens sechster Symphonie, der „Pastorale“. Inklusiver mäßiger, aber nicht schleppender Tempi, einem ausgewogenen, lediglich in den dynamischen Höhepunkten etwas dickflüssigen Gesamtklang und viel Freiräumen für die zahlreichen exzellenten solistischen Beiträge. Das Publikum in der ausverkauften Mercatorhalle nahm die sauber ausgearbeitete Interpretation dankbar auf und reagierte mit lang anhaltendem Beifall.

Maßvoll und kontrolliert

Der wurde zuvor noch übertroffen, als Imogen Cooper, eine der Grand Dames der Klavier-Szene, mit einer Darstellung von Mozarts Klavierkonzert in C-Dur KV 503 begeisterte. Zu hören war eine ebenfalls unprätentiöse Wiedergabe, die durch einen silbrig feinen Anschlag, durch federnde Eleganz, makellos phrasierte melodische Linien und perlende Figurationen rundum überzeugte. Auch sie präsentierte sich als werkergebene Dienerin des Werks und vermied jede exaltierte Übertreibung, mit der heute manch prominenter Kollege am Klavier und Dirigentenpult erstaunliche Karrieren in Gang setzen kann. Und auch in der zerklüfteten, ruppigeren Beethoven-Bagatelle als Zugabe, mit der sich Imogen Cooper bedankte, verlor sie Maß und Kontrolle nicht aus dem Blick. Gute Voraussetzungen für ihren Meisterkurs, den sie ab heute an der Folkwang-Universität leitet und am Sonntagvormittag in der Musikhochschule mit einem Teilnehmerkonzert abschließen wird.

Tüchtige Bläser

Bevor man sich an den vielen delikaten Bläsersoli in Beethovens „Pastorale“ erfreuen konnte, setzten sich 13 Bläser der Philharmoniker mit Richard Strauss‘ früher Serenade in Es-Dur in Szene. Ein charmantes, für jede Stimme dankbares Werk, das bei den tüchtigen Bläsern der Duisburger Philharmoniker bestens aufgehoben war.

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