Feste

Muschelfest am Innenhafen lockt nicht nur Fischfans

Guido Grimm steht an den riesigen Muschelpfannen. Die Meeresfrüchte gibt es in verschiedenen Varianten – auch noch am kommenden Wochenende.

Guido Grimm steht an den riesigen Muschelpfannen. Die Meeresfrüchte gibt es in verschiedenen Varianten – auch noch am kommenden Wochenende.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Shantys, Schunkeln, Seefisch: Wer das erste Wochenende verpasst hat, kann noch nächste Woche Muscheln schnabulieren.

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Von R bis R lautet die traditionelle Regel für die Muschelzeit. Oktober passt also prima in den Zeitplan – Grund genug, das vierte Niederrheinische Muschel- und Backfisch-Fest am Innenhafen zu feiern. Die Besucher sind zwar nicht alle Fischfans, aber Spaß haben sie trotzdem.

„Mein Mann mag keinen Fisch, deswegen gab’s schon zu Hause Essen. Zweimal essen geht ja nicht“, erklärt Roswitha aus Duisburg, die mit ihrer Freundin Brigitte unterwegs ist. „Aber der trockene Weißwein schmeckt auch ganz gut“, freuen sich die beiden, die ein bisschen Fischfest-Atmosphäre schnuppern. Davon gibt es in der kleinen Zeltstadt vor dem Stadthistorischen Museum eine ganze Menge, auch dank der veränderten Anlage. Das große Festzelt ist einem Pavillon in der Mitte gewichen, drumherum stehen die Wagen und verkaufen ihre Leckereien. Deswegen gleicht die Zeltstadt einem kleinen Fischmarkt und, natürlich, riecht es auch entsprechend. „Das Fest passt natürlich auch thematisch gut, so direkt am Wasser“, freut sich Veranstalter Joseph Nieke senior. Bei schlechtem Wetter wäre das neue Konzept ohne Zelt zwar ein Risiko, aber für den Notfall hat der Veranstalter Heizpilze mitgebracht.

Kulinarisch bleibt sich das Muschel-und Backfischfest treu, der Name lässt auf die Speisekarte schließen. Der Backfisch kommt zwar gut an, die echten Lieblinge sind aber die Muscheln. Nach Rheinischer Art zubereitet und mit Schwarzbrot werden die Meeresfrüchte serviert. Die Mitarbeiter am Spülstand haben aller Hände voll damit zu tun, die leeren Schalen zu entsorgen. „Die Leute wissen, welche hohe Qualität sie hier erwartet, und deshalb kommen sie auch immer wieder“, erklärt Nieke. Und weil der Fischmarkt ein wenig kleiner ist, der Andrang aber dennoch groß, findet das Fest auch am kommenden Wochenende statt. „Da können auch noch die Leute vorbeikommen, die dann erst aus dem Urlaub kommen“, sagt Nieke.

Lieder von Sehnsucht und Heimweh

Auch Gisela Freude will wiederkommen, so gut hat ihr der Lachsburger geschmeckt. „Aber jetzt brauch ich doch etwas Süßes“, ruft sie auf dem Weg zum Crêpewagen. Außerdem gibt es noch Reibekuchen und: echte Seefahrerstimmung. Ein Shantychor singt von der Heimat und der See, von Sehnsucht, Fernweh und von Ehefrauen, die hoffentlich noch da sind, wenn man das nächste Mal an Land geht. Das Publikum lauscht nicht nur, sondern klatscht eifrig mit, und den eingängigen Refrain von der zweiten Heimat St. Pauli kann beim zweiten Mal, na klar, auch jeder mitsingen. Der Duisburg Hafen mag „nur“ ein Binnenhafen sein, atmosphärisch hat das Fischfest aber locker das Zeug zum echten Hochseehafen.

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