Vermüllung

Müllvermeidung: Parkgebühren für Sechs-Seen-Platte angeregt

Solche Ansichten an der Grillwiese am Duisburger Masurensee sollen künftig der Vergangenheit angehören, hoffen die Uferretter.

Solche Ansichten an der Grillwiese am Duisburger Masurensee sollen künftig der Vergangenheit angehören, hoffen die Uferretter.

Foto: Picasa / WAZ FotoPool

Duisburg-Wedau.  Um Masurensee und Co. sauber zu bekommen, wollen die Uferretter Parkgebühren erheben und das Grillen einschränken. Und sie haben noch mehr Ideen:

In die Diskussion um Dreck und Müll an der Sechs-Seen-Platte schalten sich jetzt auch die Uferretter ein. Mit diversen Maßnahmen wollen sie den Ufern der Seen – insbesondere die Grillwiese am Masurensee – zu Ordnung und Sauberkeit verhelfen. Denn das Problem, so schildern sie es, sei besonders in den Sommermonaten groß.

Zwei 1100-Liter-Behälter und drei 240-Liter-Tonnen für Müll stehen alleine an der Masurenallee. Zweimal pro Woche leeren die Wirtschaftsbetriebe die Behälter, wochentags reinigen sie die Wiese täglich, am Wochenende sind in den Sommermonaten Sonderreiniger im Einsatz. Und dennoch: Die Tonnen sind voll von Müll, die Grillwiese ist es nicht selten auch.

„Allein am Masurenstrand zählen wir an einem heißen Wochenende locker zehntausend Besucher“, heißt es in einem Facebook-Post der Uferretter. Die Folgen sind Anwohnern und Passanten bekannt und sorgen immer wieder für Aufregung. Der Text der Uferretter schildert die Zustände in deutlichen Worten: „Was zurückbleibt, ist eine unglaubliche Menge an Müll, die von den bereitgestellten Müll-Containern nicht mehr aufgefangen werden kann. Zusätzlich steht alle fünf Meter ein Grill. Kohlereste werden an den Bäumen und auf der Wiese entsorgt. Die Verpackungen der mitgebrachten Lebensmittel samt Einweggeschirr verursachen unfassbare Müllmengen.“

Das sind die Vorschläge der Uferretter

Die Uferretter haben sich als Lösung folgende Ansätze überlegt:

- Eine zentrale Grillstelle soll eingerichtet werden. Bisher ist am Masurenstrand das Grillen auf der gesamten Wiese erlaubt, das wollen die Uferretter geändert wissen. Das würde ein Grillverbot auf dem größten Teil des Masurensee-Ufers bedeuten. Zur Durchsetzung dieses Verbots soll das Ordnungsamt regelmäßig kontrollieren.

- Mehr Mülltonnen sollen aufgestellt werden, außerdem fordern die Uferretter ein besseres Entsorgungsmanagement. Ein Problem, das sie ausgemacht haben: Die Metalltonne, eigentlich gedacht zur Entsorgung von Kohleresten, werde oft „zweckentfremdet für normalen Müll“. Dadurch aber sei sie für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr zu verwenden. Die Uferretter zeigen sich überzeugt: „Wir denken, 98 Prozent der Besucher wollen ihren Müll ordentlich entsorgen, scheitern jedoch an den überfüllten Containern.“

- Ein erweitertes gastronomisches Angebot soll dazu führen, dass weniger Menschen auf der Wiese grillen gehen, und stattdessen ihre Mahlzeit vor Ort kaufen. Die Uferretter denken dabei zum Beispiel an einen Dönerwagen oder einen Biergarten.

- Mehrsprachige Hinweisschilder sollen zu Ordnung, Sauberkeit und Müllvermeidung aufrufen.

- Die Sechs-Seen-Platte soll besser an den Nahverkehr angebunden werden. Außerdem regen die Uferretter Parkgebühren an: Damit mehr Menschen das eigene Auto stehenlassen und stattdessen im Bus anreisen. „Wer mit dem Bus kommt, bringt nicht seinen halben Hausstand mit und lässt somit schon mal jede Menge Müll zu Hause“, erklärt Martin Dobberstein von den Uferrettern diesen Ansatz.

Uferretter appellieren auch an die Besucher der Seen

Von ihren Vorschlägen erhoffen sich die Uferretter eine deutliche Verbesserung der derzeitigen Zustände. An der Grillwiese am Masurensee ist regelmäßig so viel Müll zu finden, dass ihr das schon vor Jahren den wenig schmeichelhaften Spitznamen Asi Beach eingebracht hat. Zustände, die nicht nur dem Wunsch der Uferretter entsprechend möglichst bald der Vergangenheit angehören sollen. Sie appellieren auch an die Besucher: „Wenn wir das gemeinsam schaffen, können wir in den kommenden Sommern unsere kleine Oase weiterhin und noch besser genießen.“

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