Polizei

Mord im Café Vivo: 29-jähriger Tatverdächtiger in U-Haft

Die Spurensicherung und Beamte des Landeskriminalamtes untersuchen am 3. Mai 2017 den Tatort im Café Vivo in Duisburg.

Foto: Stephan Eickershoff

Die Spurensicherung und Beamte des Landeskriminalamtes untersuchen am 3. Mai 2017 den Tatort im Café Vivo in Duisburg. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Zehn Monate nach dem Mord an der Geschäftsführerin des Café Vivo im Duisburger Innenhafen gibt es einen Tatverdächtigen. Er sitzt in U-Haft.

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Ermittlungserfolg für die Duisburger Polizei: Im bislang ungelösten Fall des Mordes an der Geschäftsführerin des Café Vivo im Innenhafen hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Der 29-Jährige sitzt derzeit wegen eines anderen Delikts in Berlin in Untersuchungshaft. Das teilten die Duisburger Polizei und die Staatsanwaltschaft am Dienstagvormittag mit.

Sehr bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Erst Mitte Januar hatte sich Duisburgs Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels im Gespräch mit unserer Redaktion äußerst zuversichtlich gezeigt, den Fall aufzuklären: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir das schaffen." Nach den neusten Erkenntnissen der Ermittler könnte Bartels Recht behalten.

DNA-Abgleich bringt Polizei auf die Spur des Verdächtigen

Tatverdächtig macht den 29-Jährigen seine DNA: Ein DNA-Abgleich, den die Duisburger Polizei während ihrer Ermittlungen gemacht hatte, war zunächst ergebnislos geblieben. Nun gab es einen Treffer: Die DNA, die am Duisburger Tatort gefunden worden war, war auch in Berlin bei einem Raubüberfall im November gefunden worden. Mit einer Metallstange soll er eine 64-Jährige am Kopf verletzt und ihren Autoschlüssel geraubt haben. Nach erfolglosen Versuchen, den Wagen der Frau zu starten, floh er demnach zunächst unerkannt, hinterließ am Tatort jedoch einen genetischen Fingerabdruck. Das brachte die Beamten auf die Spur des 29-Jährigen.

Ein Duisburger Richter hat mittlerweile einen weiteren Haftbefehl wegen Totschlagsverdachts gegen den Mann erlassen. Er habe sich bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert, hieß es bei der Polizei. Auch zum möglichen Motiv wurde zunächst nichts bekannt. In U-Haft sitzt der Mann übrigens, nachdem er am 23. Januar ebenfalls in Berlin nach einem Diebstahl einen Ladendetektiv mit einem Messer verletzt haben soll. Er wurde im Stadtteil Prenzlauer Berg festgenommen und soll deutscher Staatsbürger sein, der phasenweise in Venezuela gelebt haben soll. Sein Lebensmittelpunkt zuletzt war aber offensichtlich Berlin – auch wenn er dort über keinen gemeldeten Wohnsitz verfügte.

Teils wilde Spekulationen über das Tatmotiv

Die 46-jährige Geschäftsführerin des Café Vivo, Birgül D., war am 3. Mai 2017 erschossen in ihrem Lokal im Duisburger Innenhafen gefunden worden. Sie war durch mehrere Kopfschüsse getötet worden. Auf der Suche nach der Tatwaffe durchsuchten Polizeitaucher gleich zweimal das Innenhafen-Becken. Angehörige der Toten, aber auch Anwohner und Geschäftsleute wurden befragt, dazu die Bilder sämtlicher Videokameras der Umgebung ausgewertet. Die 15-köpfige Mordkommission ermittelte monatelang ohne den erhofften Fortschritt zu erzielen – bis jetzt.

Das brutale Vorgehen des Täters ließ seinerzeit Gerüchte aufkommen, dass es sich um einen Fall von nicht gezahltem Schutzgeld handeln könnte. Die Staatsanwaltschaft aber konnte keine Anhaltspunkte dafür finden, dass Birgül D. Opfer von Schutzgeld-Erpressern geworden war. In türkischen Medien wurde sogar gemutmaßt, dass die Getötete eine Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes gewesen sein könnte und ihr Café als Treffpunkt für Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes diente. (red/ mit dpa)

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