Schulen

Modellprojekt für Integrationshelfer in Duisburg erfolgreich

Unterrichtsbegleiter werden zur Unterstützung für Schüler mit Behinderung oder Förderbedarf im gemeinsamen Lernen in den Schulen eingesetzt.

Unterrichtsbegleiter werden zur Unterstützung für Schüler mit Behinderung oder Förderbedarf im gemeinsamen Lernen in den Schulen eingesetzt.

Foto: Foto: dpa Picture-Alliance / Uwe Anspach

Duisburg.  Nach zwei Jahren Erfahrung mit der Pool-Lösung zum Einsatz von Integrationshelfern ziehen Jugendamt, Schulen und Träger eine positive Bilanz.

Das Jugendamt zieht für das Modellprojekt zum Einsatz von Integrationshelfern an neun Duisburger Schulen eine positive Bilanz. Sie wurde am Montag im Schulausschuss vorgestellt. Nach dem zweijährigen Probelauf an neun Schulen soll das Pool-Verfahren zur Begleitung von Kindern mit Förderbedarf im Unterricht ab dem Schuljahr 2020/21 auf 30 Schulen ausgedehnt werden.

Jugendamt hebt die Vorteile hervor

Mit dem so genannten „IGH-Pool“ hatte die Verwaltung die Organisation der Einsätze der Integrationshelfer (I-Helfer) an drei Träger für jeweils drei Schulen übertragen. Beteiligt waren die Alfred-Adler-Förderschule, die Grundschule Vennbruchstraße und die Gesamtschule Walsum (Teamleitung: ProViva Oberhausen/Runder Tisch Marxloh), die Förderschule Rönsbergshof, Grundschule Mattlerbusch und Gesamtschule Meiderich (Amalie-Sieveking-Gesellschaft) sowie die Grundschule Hebbelstraße und die Gesamtschule DU-Mitte und Globus am Dellplatz (VKM).

Ziel des „Poolens“ der Unterrichtsbegleiter war eine bessere Qualität und Zuverlässigkeit in der Betreuung sowie eine Vermeidung von Überbetreuung und zeitgleicher Anwesenheit mehrerer I-Helfer in einer Klasse.

Das sei erreicht worden, erklärt das Jugendamt nach Auswertung der Evaluationsberichte: „Bei 31 Prozent der Kinder hat eine Mehrfachbegleitung stattgefunden, der Pool zeichnet sich durch einen hohen Grad der Flexibilität bei der Betreuungsgestaltung aus.“

Neue Organisation fördert Selbständigkeit der Kinder

Sowohl die beteiligten Schulen als auch die Träger der Betreuung seien „sehr zufrieden“ mit der neuen Organisationsform. Sie fördere die Selbständigkeit der Kinder, reduziere die Stigmatisierung, die Einsätze würden über feste Ansprechpartner bedarfsgerecht organisiert, die Teamstruktur erlaube eine schnelle und passgenaue Vertretung. „Die Integrationshelfer sind keine Einzelkämpfer mehr.“ Allerdings fehlten oft Räume für den Austausch der Erfahrungen, an den Schulen sei „ein immenser Personalmangel spürbar“.

Vorteile, so führt das Jugendamt aus, gebe es auch bei der Aus- und Fortbildung der I-Helfer. Da diese nun trägerübergreifend geplant werden könne, sollen sich Standards entwickeln, die einen einheitlichen Qualifizierungsstand gewährleisten. „Die Anforderungen sind in einigen Fällen sehr hoch, bei Schülern mit herausforderndem Verhalten ist eine pädagogische Qualifizierung der I-Helfer notwendig“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss.

Von den Trägern, bei denen die I-Helfer angestellt sind, erfordere die neue Struktur zunächst einen erhöhten finanziellen und personellen Aufwand.

Aufwand soll mit der Zeit sinken

Der, so hofft die Verwaltung, werde mit der Zeit sinken. Die Kosten für die Unterrichtsbegleitung, geplant waren im Schuljahr 2017/18 für die Gesamtstadt 2.73 Millionen Euro, lagen bei 2.04 Millionen Euro. Das Pool-Projekt leiste deshalb einen „deutlichen Beitrag zur Kostendämpfung in der Unterrichtsbegleitung“.

Deshalb soll das Projekt auf jene Schulen ausgeweitet werden, denen es angesichts der Zahl der eingesetzten I-Helfer (mindestens sechs) gewinnbringend erscheint. Das Jugendamt denkt an 30 weitere Schulen, aufgeteilt in fünf Gruppen. Die Schulen sind bereits informiert, das aktuelle Modellprojekt wird wie geplant noch zwei weitere Jahre lang fortgeführt.

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