Gericht

Kollegen foltern Mitarbeiter mit einem Kehrblech und filmen

Vor dem Landgericht  Land- und Amtsgerichts Duisburg, dessen ältester Gebäudeteil bereits vor rund 140 Jahren entstand.

Foto: Stephan Eickershoff

Vor dem Landgericht Land- und Amtsgerichts Duisburg, dessen ältester Gebäudeteil bereits vor rund 140 Jahren entstand. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Ein 30-jähriger Duisburger steht wegen besonders schwerer sexueller Nötigung vor dem Landgericht. Er filmte Gewalttat an seinem Kollegen.

Ein sehr fragwürdiges Licht wirft ein Strafprozess, der am Montag vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz begann, auf eine Firma in der Innenstadt, die von sich behauptete, ein Marketing-Unternehmen zu sein. Um einen Mitarbeiter zu disziplinieren, soll der Angeklagte im Frühjahr 2015 dabei geholfen haben, den Mann auf grausame Weise zu foltern.

Kehrblechstiel mehrfach in den Anus gerammt

Die Anklage wirft dem 30-jährigen Türken aus der Innenstadt besonders schwere sexuelle Nötigung vor. Er soll den Geschädigten, der es zuvor gewagt haben soll, dem Chef der Firma die Ehre abzusprechen, gemeinsam mit einem weiteren Täter in den Keller des Bürogebäudes geführt haben. Dort soll der Haupttäter, von dem bis gestern nur ein Spitzname bekannt war, das Opfer gefesselt und ausgezogen haben. Dann soll er ihm mehrfach den abgetrennten Stiel eines Kehrblechs in den Anus gerammt haben. Der verletzte und erniedrigte Geschädigte musste beim Propheten schwören, dass er so etwas nie wieder machen würde, bevor man ihn laufen ließ.

Der Angeklagte, der zuvor half, den Geschädigten zu knebeln, filmte den Vorgang. Mit den Aufnahmen des vor Schmerzen schreienden und sich windenden Opfers sollte er anschließend weitere „abtrünnige“ Mitarbeiter der Firma auf Linie bringen.

30-Jähriger gestand zu Prozessbeginn

Der 30-Jährige legte zu Prozessbeginn ein Geständnis ab. Er habe das alles im Auftrag des Chefs des Unternehmens getan. Offenbar war der Sonderschüler seinem Brötchengeber treu ergeben, hatte die Befehle auch nicht eine Sekunde lang angezweifelt.

Vor der 1. Großen Strafkammer nannte der Angeklagte gestern auch den Klarnamen des Mittäters. Er soll nun ebenfalls als Zeuge vernommen werden. Der Firmenchef, gegen den ebenfalls ermittelt wird, hat sich längst mit unbekanntem Aufenthaltsort abgesetzt.

Geschädigter zeigte Vorfall nie an

Der Geschädigte soll den Vorfall übrigens nie angezeigt und noch Monate lang in der Agentur gearbeitet haben. Erst durch Ermittlungen im Zusammenhang mit Drogendelikten soll die Tat aufgekippt sein, weil Dritte, die etwas davon gehört hatten, ihre Kenntnisse der Polizei offenbarten.

Für das Verfahren sind Ende Juni noch zwei weitere Verhandlungstage geplant.

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