Weihnachtszeit

Mit Gesang vor Duisburger Adventsfenstern

Das Adventsfenster von Silvia Blankenhaus in Neudorf, die Nummer 5 im Advent.

Foto: Fabian Strauch

Das Adventsfenster von Silvia Blankenhaus in Neudorf, die Nummer 5 im Advent. Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Neudorf.   Der lebendige Adventskalender zur Vorweihnachtszeit wird von Katholiken und Protestanten in Duisburg-Neudorf gemeinsam organisiert.

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Tannenbäume, Kerzen und eine selbstgebastelte „5“ verzieren das Fenster. Zahlreiche Anwohner stehen vor dem Haus am Ludgeriplatz – sie singen Weihnachtslieder, essen Kekse und trinken Tee. An jedem der 24 Dezembertagen wird um 18 Uhr eines der ökumenischen Adventsfenster geöffnet. Der „lebendige Adventskalender“ der katholischen und evangelischen Kirchen bringt Neudorf in Weihnachtsstimmung.

„Es ist ein Moment der Ruhe in all der Weihnachtshektik“, sagt Pfarrerin Stephanie Krüger von der evangelischen Kirchengemeinde Neudorf-West, während sie die Liedtexte verteilt: „Nicht nur für die Zuschauer ist es schön, sondern auch die Gestalter kommen durch die Vorbereitung in Weihnachtsstimmung“. Seit 2009 ist der „lebendige Adventskalender“ der katholischen und evangelischen Gemeinden ein Teil der Weihnachtszeit. „Familien, Einzelpersonen oder Institutionen bereiten ihr Fenster vor und erzählen anschließend eine Geschichte oder tragen ein Gedicht vor – diese sind mal heiter und mal nachdenklich“, erklärt die Pfarrerin.

Pfarrerin spielt auf der Gitarre

Bevor das Fenster feierlich eröffnet wird, stimmt Krüger mit ihrer Gitarre das Lied „Lasst uns froh und munter sein“ an – alle Besucher singen im Kerzenschein mit. Auch bei Wind und Wetter wird immer draußen gefeiert: „So ist es einfach offener – vorbeigehende Menschen können stehen bleiben und zugucken“, erklärt Krüger.

„Oh“, rufen alle begeistert, als die Lichterketten im Fenster von Silvia Blankenhaus (52) angehen und die mit Weihnachtsbäumen und Kerzen verzierte Scheibe in sanftes Licht hüllen – sie liest die passende Geschichte „Das Licht am Fenster“ vor. Mit Unterstützung ihrer Nachbarin Monika Felder-Seifert (67) hat sie ihr Fenster zum ersten Mal für den „lebendigen Adventskalender“ geschmückt: „Hauptsächlich ist es das Werk von Monika und meinem Sohn, da ich ziemlich unkreativ bin“, sagt sie lachend. Gemeinsam versorgen sie die Besucher mit Tee und Keksen. „Einfach zusammen zu sein und gemeinsam Weihnachtslieder zu singen, ist sehr schön – es macht die Adventszeit erst vollkommen“, sagt Blankenhaus.

Stress vergessen, Advent genießen

Auch Rita Osowski von der katholischen Pfarrei Liebfrauen genießt die Tradition. „Oft vergessen die Menschen im ganzen Stress, dass sie die Adventszeit genießen müssen“, erklärt die Gemeinderatsvorsitzende von St. Ludger: „Auch im Pfarrhaus St. Ludger dekorieren wir am 18. Dezember wieder eines unserer Fenster.“ Sie selbst ist in diesem Jahr zum ersten Mal an der Organisation der ökumenischen Adventsfenster beteiligt. „Ökumene ist in Neudorf ein wichtiges Thema und beiden Kirchen sehr wichtig“, erklärt sie, „wir planen auch für die Zukunft weitere gemeinsame Aktionen.“

>> AN HEILIGABEND BLEIBEN FENSTER ZU

Am Donnerstag, 7. Dezember, wird das Adventsfenster um 18 Uhr im evangelischen Familienzentrum, Gustav-Adolf-Straße 65, eröffnet und kann bei einer Tasse Kakao bestaunt werden. Alle Termine gibt es auf www.neudorf-west.ekir.de.

Am 24. Dezember wird kein Fenster geöffnet. Stattdessen kann jeder zum Weihnachtsliedersingen ab 10 Uhr ins Seniorenstift an der Karl-Lehr-Straße 159 kommen.

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