Gericht

Mit drei Promille: Duisburger sticht Freundin in den Bauch

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg   Mit drei Promille Alkohol im Blut soll ein Hochfelder seiner Freundin ein Messer in den Bauch gerammt haben. Paar stritt sich um Geld.

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Den Tränen nahe sagte am Freitag eine Zeugin bei einem Verfahren vor dem Duisburger Landgericht aus. „Ich liebe ihn über alles“, beteuerte die 36-Jährige. „Er würde so was nie tun.“ Mit „so was“ war ein Stich in den Bauch gemeint, mit dem der 45-jährige Angeklagte die Zeugin am 16. April in einer Wohnung in Hochfeld lebensgefährlich schwer verletzt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung vor.

Mit einer Darmverletzung war die 36-Jährige im Krankenhaus gelandet. Eine dreistündige Not-Operation rettete ihr das Leben. Der Tat, so die Anklage, sei ein Streit voran gegangen. Daran erinnert sich der Angeklagte allerdings nur bruchstückhaft. Auch, wie es zu der Stichverletzung kam, will er nicht mehr genau wissen. Zur Tatzeit - morgens um 10.40 Uhr - hatte er deutlich über drei Promille. In einem Punkt ist sich der 45-Jährige aber ganz sicher: „Ich wollte sie nicht verletzen.“

Angeklagter behauptet: Opfer sei ihm beim Zwiebelschneiden ins Messer gelaufen

Bei der Polizei hatte er bereits zwei Versionen zum Besten gegeben: Danach soll sich die - ebenfalls betrunkene - Frau mit einem Brotmesser versehentlich selbst verletzt haben, oder ihm beim Zwiebelschneiden ins Messer gelaufen sein.

Indizien lassen darauf schließen, dass die Beziehung des Paares durch Alkohol und Gewalt geprägt ist. So landete der Angeklagte erst in Untersuchungshaft, nachdem er die 36-Jährige vor einigen Wochen erneut geschlagen und mit einem Messer im Gesicht verletzt haben soll.

Mann warf Freundin vor, als Prostituierte zu arbeiten

Das alles hielt die Zeugin nicht davon ab, zunächst ein Verfahren wegen Falschaussage zu riskieren. Erst nach einer Pause, in der sie sich mit einer Anwältin beriet, verkündete die 36-Jährige, sie wolle nun die Wahrheit sagen. „Ich muss ihn retten.“ Offenbar hatte sie verstanden, dass der gesundheitlich stark angeschlagene Angeklagte ohne Verurteilung niemals in einer Entziehungsanstalt landen und vielleicht nicht mehr lange leben wird.

Die 36-Jährige gab an, der Angeklagte habe ihr unterstellt, Geld als Prostituierte eingenommen zu haben. „Aber das stimmte doch alles gar nicht.“ Der Angeklagte habe gedroht, er werde ein Messer einsetzen, wenn sie ihm das Geld nicht gebe. „Und dann stach er so schnell zu, dass ich gar nicht reagieren konnte.“

Das Verfahren soll nach bisheriger Planung am 18. Dezember abgeschlossen werden.

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