Gericht

Mildes Urteil nach Messerangriff in Duisburger Bordell

Das Rotlichtviertel an der Vulkanstraße in Duisburg: Hier sollen zwei Männer aus Hagen und Wetter einen 25-Jährigen in einem Bordell mit einem Messer gestochen und ausgeraubt haben. Vor Gericht stellte sich das etwas anders da.

Das Rotlichtviertel an der Vulkanstraße in Duisburg: Hier sollen zwei Männer aus Hagen und Wetter einen 25-Jährigen in einem Bordell mit einem Messer gestochen und ausgeraubt haben. Vor Gericht stellte sich das etwas anders da.

Foto: Archivbild/Stephan Eickershoff

Duisburg.  Zwei Männern aus Hagen und Wetter war im Zusammenhang mit einem Messerstich im Duisburger Rotlichtviertel versuchter Mord vorgeworfen worden.

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Gemessen an der schwer wiegenden Anklage fiel das Urteil des Landgerichts Duisburg gegen einen 18-Jährigen Syrer aus Hagen und einen 25-jährigen Marokkaner aus Wetter am Freitag recht bescheiden aus. Die Staatsanwaltschaft hatte ihnen versuchten Mord und Raub zur Last gelegt. Verurteilt wurden beide Männer lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung.

Kein Profi-Dolmetscher: Widersprüche in der Aussage des Geschädigten

Laut Anklage hatte das Duo am 15. November 2017 in einem Bordell an der Vulkanstraße mitbekommen, dass ein 25-jähriger Mann aus Eritrea eine kleinere Summe an einem Spielautomaten gewann. Die beiden sollen davon einen Anteil verlangt haben. Als der Geschädigte eine passende Antwort gab, sollen sich die beiden Männer zunächst entfernt haben, dann jedoch zurück gekehrt sein, ihre Forderung wiederholt und ihm mit einem Messer in den Bauch gestochen haben. Anschließend sollen sie ihm 50 Euro abgenommen haben, bevor sie flüchteten.

Wenig davon konnte die fünftägige Hauptverhandlung beweisen. Offenbar hatten die Angeklagten ihr Opfer zunächst auf die Straße gezerrt, dann war es zu der Verletzung gekommen, die den Geschädigten auf den Operationstisch eines Krankenhauses brachte. Der hatte sich bei Vernehmungen bei der Polizei und vor Gericht in Widersprüche verstrickt. Widersprüche, die möglicherweise auch dadurch verursacht wurden, dass die Kriminalpolizei bei der ersten Vernehmung des 25-Jährigen im Krankenhaus keinen Profi-Dolmetscher hinzuzog, sondern einen Bekannten des Geschädigten übersetzen ließ.

Duisburger Richter sehen Tötungsvorsatz nicht bewiesen

Unklar blieb, ob überhaupt Geld gefordert worden war. Falls ja, hätten die Angeklagten dieses Ansinnen jedenfalls freiwillig und damit strafbefreiend aufgegeben, so das Gericht. Und einen Tötungsvorsatz sahen die Richter ebenfalls als nicht bewiesen an. Allerdings glaubten sie auch die Notwehr-Version des älteren Angeklagten nicht.

Der 25-Jährige wurde zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil gegen den zur Tatzeit noch jugendlichen Angeklagten lautete auf acht Monate Jugendhaft, die allerdings durch die Untersuchungshaft bereits abgegolten sind.

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