Kriminalität

Metalldiebe stehlen wertvolle Bronze-Skulptur in Duisburg-Homberg

Die Bronzeskulptur „Pandora“ von Edwin Scharff stand viele Jahre auf der Wiese an der Kreuzung Moerser und Duisburger Straße. Fotos: Stadt Duisburg

Die Bronzeskulptur „Pandora“ von Edwin Scharff stand viele Jahre auf der Wiese an der Kreuzung Moerser und Duisburger Straße. Fotos: Stadt Duisburg

Duisburg.   Metalldiebe haben in Duisburg-Homberg zugeschlagen und eine wertvolle wie seltene Bronze-Skulptur gestohlen. Das Lehmbruck-Museum befürchtet nun, dass die gut 2,40 Meter große „Pandora“ des Künstlers Edwin Scharff eingeschmolzen wird.

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Dr. Gottlieb Leinz vom Lehmbruck-Museum ist entsetzt über den dreisten Diebstahl in Homberg: Von der 1956 gegossenen Bronzeskulptur „Pandora“ existieren nur zwei Exemplare. Jetzt wurde die Figur des Künstlers Edwin Scharff (1887 bis 1955) von der Wiese an der Moerser/Ecke Duisburger Straße gestohlen. Ein Homberger Bürger hatte am Sonntagmittag entdeckt, dass die „Pandora“ nicht auf ihrem Sockel stand. Er informierte am nächsten Morgen das Bezirksamt, das sofort die Polizei einschaltete.

„Die Diebe müssen richtig zugelangt haben“, sagt der stellvertretende Museumsleiter Leinz, „denn die Pandora ist mit ihrer Größe von 2,39 Metern kein Leichtgewicht und sie war besonders gesichert.“ Und eine Bronzeplastik dieser Größe stecke man nicht einfach in die Tasche. Irgendjemand müsse doch etwas beobachtet haben.

Materialwert geringer als künstlerische Bedeutung

Den Dieben, so befürchtet der Kunstexperte, wird es nicht einmal um die Skulptur und ihre künstlerische Bedeutung gegangen sein, sondern nur um den Materialwert der Bronze. Der ist deutlich geringer als die Versicherungssumme von 100.000 Euro. Irgendwo werden solche Kunstwerke dann einfach eingeschmolzen. Leinz: „Ich hoffe, die Diebe geben die Skulptur wieder zurück.“

Die „Pandora“ zählt zu den bedeutendsten Werken von Edwin Scharff. Sie wurde 1953 von ihm modelliert und drei Jahre später in Düsseldorf gegossen Das Lehmbruck-Museum erhielt die „Pandora“ 1984 als Schenkung, zwei Jahre später wurde sie in Homberg aufgestellt. Scharff wollte mit seiner Darstellung der Göttin an die im Zweiten Weltkrieg überwundenen „Übel“ und „Zerstörungen“, die die Menschen selbst angerichtet hatten, erinnern.

Die Stadt Duisburg bittet gemeinsam mit der Polizei um Unterstützung bei der Suche nach den Tätern. Wer etwas in den letzten Tagen beobachtet hat oder Hinweise geben kann, wende sich bitte an die Polizei, Telefon 0203-2800.

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