Wirtschaft

Mercedes-Weltpremiere für den Sprinter im Duisburger Hafen

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, Volker Mornhinweg (MB Vans) und Arbeitsdirektor Wilfried Porth  (v.l.) präsentierten das neue Modell.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, Volker Mornhinweg (MB Vans) und Arbeitsdirektor Wilfried Porth (v.l.) präsentierten das neue Modell.

Foto: Fabian Strauch

DUISburg.   Die Mercatorinsel in Duisburg wird ab dem Sommer zur Drehscheibe für die Belieferung der Mercedes-Werke in Deutschland, USA und Argentinien.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Mercator-Insel in Ruhrort wird ab Sommer 2019 zur Drehscheibe für die Produktion des Mercedes Sprinter. Am Dienstag kam Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, zur Weltpremiere des neuen Modells, das ab Juni in Europa bei den Händlern steht.

Die neues Version seines neuen „Lastesels“, mit 200 000 produzierten Einheiten in 2017 Flaggschiff im Van-Segment von Mercedes Benz, präsentierte der Konzern auf der Mercatorinsel in der neuen Duisport-Halle für den Logistiker DB Schenker. Der übernimmt im Auftrag der Autobauer die Versorgung der Werke in North Charleston (South Carolina/USA) und Buenos Aires (Argentinien). Die Hafengesellschaft investiert hier rund 15 Millionen Euro.

Mehrere Probeläufe vor dem Start

In Deutschland produziert Mercedes in Ludwigsfelde (Brandenburg) und in Düsseldorf. Auf das Werk in der Landeshauptstadt entfallen über 50 Prozent der Gesamtproduktion. „Düsseldorf bleibt Dreh- und Angelpunkt“, betonte Arbeitsdirektor Wilfried Porth. In sein Leitwerk investiert der Konzern 450 Millionen Euro, hier soll ab 2019 auch eine Sprinter-Version mit Elektro-Antrieb vom Band rollen.

Die Bauteile für die Montage der Modelle in Übersee übernimmt künftig DB Schenker. Notwendig wird der Aufbau einer Logistik-Drehscheibe für die Verschiffung der Bauteile europäischer Zulieferer auch deshalb, weil Mercedes in den USA als Erweiterung seines Montagestandortes ein vollumfängliches Werk errichten. Statt bisher nur bereits vormontierte Segmente eines Fahrzeuge zusammenzubauen (semi knocked down), wird es dann in South Carolina eine komplette Montage geben.

„Die Teile werden von den Herstellern hier angeliefert, dann von uns verpackt, in Seecontainer verladen und dann zumeist über Rotterdam verschifft“, erklärt Michael Funke. Der Leiter Logistik bei DB Schenker geht von 15 LKW-Ladungen pro Tag aus. Ein knappes halbes Jahr vor dem Start läuft in der 25 000 Quadratmeter großen Halle, errichtet in elf Monaten Bauzeit, bereits an. „Alles pünktlich fertig, das hat Duisport gut hingekriegt“, loben die Betreiber die Hafengesellschaft, die Bauherr der Halle ist.

Minutiös geplante Logistik-Kette

Bereits im November gab’s die erste Vorlaufserie, so nennen die Logistiker ihre Testläufe. „Weitere folgen jetzt, im Juni gehen wir in Betrieb, laut Planung soll 2019 unser stärkstes Jahr werden“, so der DB-Schenker-Prokurist. Bis dahin müssen die Abläufe sitzen bei den rund 300 Mitarbeitern, die nun geschult werden für den Zweischicht-Betrieb. „Niemand war zuvor bei uns, alle stammen aus der Region“, so Funke.

Die Logistik-Kette ist minutiös geplant vom Hersteller bis zur Montage, eine Lagerhaltung auf der Mercatorinsel ist nicht vorgesehen. Die Anlieferung erfolgt termingerecht für Verpackung und Verladung, in der Regel bleibt eine Woche Vorlauf, um zu disponieren für die Transporte – die längste Reise nach Argentinien dauert 16 Tage.

Eine Option gibt es für den Bau einer zweiten Halle, ob die gezogen werde, sei derzeit noch ungewiss, abhängig von der Entwicklung der Automobil-Konjunktur, heißt es bei DB Schenker. Der Marken-Chef ist optimistisch: „Die Prognose für die Kurierbranche weist steil nach oben“, sagte Dieter Zetsche.

>>ERFOLGSMODELL DER AUTOBAUER

Der Mercedes-Sprinter ist ein Erfolgmodell der Autobauer. Seit dem Start der Produktion vor 25 Jahren liefen 3,4 Millionen Exemplare vom Band. „Das Tempotaschentuch der Transportbranche“, nannte ihn Dieter Zetsche.

Im Sommer soll die dritte Generation des Modells die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Zuletzt gab es vier Rekordjahre in Folge, im vergangenen Jahr gab es laut Konzern ein Plus von 12 Prozent.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben