Stadtentwicklung

Mercatorviertel in Duisburg kommt auf die Zielgerade

Das Mercatorviertel zwischen Innenhafen und Innenstadt soll ab 2020 errichtet werden: Diese Modell-Anmutung stammt aus dem Jahr 2017 und ist an manchen Stellen heute schon veraltet und nicht mehr so gültig. Foto: Handout

Das Mercatorviertel zwischen Innenhafen und Innenstadt soll ab 2020 errichtet werden: Diese Modell-Anmutung stammt aus dem Jahr 2017 und ist an manchen Stellen heute schon veraltet und nicht mehr so gültig. Foto: Handout

duisburg.   Ende 2019 soll der Startschuss für den Bau des Mercatorviertels erfolgen: Mit ca. 300 Wohnungen, Vier-Sterne-Plus-Hotel und Nachbau Mercatorhaus

Das Ziel ist in Sicht, zum Jahresende soll der lang erwartete Startschuss für den Bau des Mercator-Viertels auf historischem Grund in der Stadtmitte erfolgen: Ein hochwertiges Vier-Sterne-Plus-Hotel, gut 300 feine Miet-Wohnungen, hochwertiger Einzelhandel, gute Gastronomie und als Option, der Nachbau des historischen Mercatorhauses auf historischen Grund: Im Dezember dieses Jahres soll der Rat nach Worten von Gebag-Chef Bernd Wortmeyer dem Bebauungsplan „Mercator-Viertel“ grünes Licht und Rechtskraft geben.

Im Mai sollen die Pläne des großen Innenstadt-Bauprojekts für das Beteiligungsverfahren offengelegt werden.

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„Vor technische Herausforderungen gestellt..“

m Gespräch mit der NRZ zeigt sich Gebag-Chef Wortmeyer selber überrascht („Hätte ich mir niemals träumen lassen..!“) , dass sich der geplante Baustart um Jahre verschieben würde. Hauptgrund, der aber nunmehr geklärt und abgeschlossen sei, seien die zahlreichen archäologischen Funde gewesen, die allesamt geklärt und dokumentiert werden mussten.

Wortmeyer: „Diese können jetzt zwar überbaut werden, aber nicht so ohne weiteres weggenommen werden, was uns vor technische Herausforderungen stellt, wenn wir in einem erklärtermaßen autofreien Quartier auf historischem Grund mehrstöckige Tiefgaragen bauen wollen.“ Im nördlichen Teil des Baufeldes seien dermaßen viele Funde, dass man dort überhaupt nicht in den Boden wird dringen können. Die archäologischen Untersuchungen brachten Gebäudefundamente des frühen und ausgehenden Mittelalters zutage. Die Gebäude waren einst Wohnhäuser der Duisburger Oberschicht, prominentester Bewohner war Gerhard Mercator.

Wohnung ohne direkten Parkplatz wäre unverkäuflich

Die einst geplante Anzahl von Eigentums-Wohnungen in dem Viertel werde es wegen der intensiven Archäologie im Boden nicht geben. Grund: Für Eigentumswohnungen werde man nicht - wie vom Markt erwünscht - ausreichend viele Tiefgaragenplätze unmittelbar unter dem Wohnkomplex errichten können.

Somit werden 90% der neuen Wohnungen reine Mietwohnungen (mit weiter entfernt liegenden Tiefgaragenplätzen) sein. Es werde in intensiver Abwägung zwischen der Archäologie und dem Wunsch nach einem neuen Wohnquartier ein sehr hochwertiges Wohnviertel entstehen, das „einen wichtigen Brückeneffekt zwischen Innenhafen und Innenstadt“ haben werde.

Drei Investoren - ein Duisburger Bauträger, ein Duisburger Großunternehmer und ein Versorgungswerk - hätten bislang vertraglich ihre Bauabsicht für das Mercator-Viertel erklärt. So werde einer der drei Investoren am Burgplatz/Ecke Gutenbergstraße ein Premium-Vier-Sterne-Plus-Hotel errichten, für das bereits ein Nutzer in Sicht sei. Die Architekturentwürfe für diese Hotel-Gebäude, so Wortmeyer, seien „hochwertig“ und machten sich gut für die Stadt.

Finanzierung des Projektes Mercatorhaus unsicher

Sorgen macht sich der Gebag-Chef indes um die rein bürgerschaftliche Finanzierung des von der Bürgerstiftung angestoßenen Projektes Mercatorhaus. Der geplante Nachbau des historischen Mercatorhauses plus Ott-Vogel-Haus auf den mittelalterlichen Fundamenten des Wohnhauses des berühmten Universalgelehrten sei, so Wortmeyer, eine wunderbare Idee, die aber „jetzt oder nie realisiert“ werden müsse.

Ob aber das Konzept der Bürgerstiftung (Globus-Ausstellung, Uni-Lehrstuhl) tragfähig sei, oder nicht doch besser eine hochwertige Gastronomie neben einem neuen hochwertigen Hotel rentabler sein könnte, müsse jetzt geklärt werden.

Wortmeyer: „Wieviel Mercatorhaus brauchen wir? Vielleicht baut man es auch in zwei Bauabschnitten.“ Wortmeyer erklärte sich aber bereit, der „Baugenossenschaft Gerhard Mercator Duisburg“ das notwendige Baugrundstück als genossenschaftliche Einlage und als Starthilfe für das Projekt einzubringen: „Denn mein Herz schlägt für das Projekt!“

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