Kultur

Mehr Mitmach-Angebote für das Lehmbruck-Museum vorgeschlagen

Neben diesem Kunstwerk hat Clara Wanartirta Zettel bereit gelegt, damit die Besucher ihre Gedanken notieren können.

Foto: DANIEL ELKE

Neben diesem Kunstwerk hat Clara Wanartirta Zettel bereit gelegt, damit die Besucher ihre Gedanken notieren können. Foto: DANIEL ELKE

Duisburg.   „Fellow“Clara Wanatirta hat 18 Monate im „Lehmbruck“ beobachtet, was sich die Besucher wünschen – und den Online-Auftritt auf Facebook betreut.

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Clara Wanatirta hat schon in vielen großen Städten gelebt und gearbeitet – in Jakarta oder New York. Duisburg nimmt sich da fast ein bisschen klein aus. „Aber ich habe beim Laufen schöne Ecken entdeckt. Die Leute haben sich immer gewundert, wenn ich ihnen Fotos geschickt habe.“ Den Kaiserberg mag sie und auch die Gegend rund um die Rheinorange. Die 29-jährige Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin war in den vergangenen 18 Monaten als „International Fellow“ Mitarbeiterin beim Lehmbruck-Museum und sollte beobachten, was sich die Besucher wünschen und wie man das Museum etwa in den sozialen Medien besser vermarkten kann. Gefördert wurde das Projekt von der Kulturstiftung des Bundes.

Neuer Flyer zeigt Führung für Familien

„Es gibt unterschiedliche Besucher. Wenn ich in ein Museum gehe, möchte ich manchmal meine Ruhe haben und mich in die Kunst vertiefen. Auf der anderen Seite gibt es das Bedürfnis, etwas zu den Kunstwerken zu sagen und dies mitzuteilen“, hat Clara Wanatirta beobachtet. Die meisten seien über 50, junge Menschen würden hingegen kaum ins Museum gelockt. Die gebürtige Indonesierin, die bereits im Guggenheim-Museum arbeitete, beschreibt das Lehmbruck-Museum als „oldschool“. Typisch Deutsch sei es, dass die Gäste bei Führungen zu hören und den Guides an den Lippen hängen. „Die Amerikaner wollen zu allem etwas sagen. Wenn ich eine Führung mache, dann erarbeite ich mit den Besuchern gemeinsam das Kunstwerk.“

In den vergangenen Monaten hat Clara Wanartita den Facebook-Account und das Instagram-Profil des Museums betreut. „Man braucht nicht viel Geld, um in diese Art von Werbung zu investieren. Die Leute erzählen ihren Freunden, dass sie im Museum waren, das spricht sich rum.“ Andreas Benedict, zuständig im „Lehmbruck“ für die Öffentlichkeitsarbeit findet es gut, dass Clara Wanartita mit einem Blick von außen auf die Arbeit schaute. „Wir kennen uns natürlich im Haus aus, schmoren aber manchmal im eigenen Saft.“ Mit dem Geld, auch dem wenigen, sei es so eine Sache. „Natürlich ist es denkbar, dass wir die Sammlung interaktiver präsentieren, aber dazu brauchen wir die Technik und die Mittel. Und um den Facebook- und Instagram-Account muss sich auch jemand kümmern.“ Deshalb sei Clara Wanatirta eine große Hilfe gewesen.

Zunächst hat die Spezialistin für Kunst und Marketing ganz analog an neuen Flyern gearbeitet, derzeit gibt es nämlich keinen aktuellen. Neben allgemeinen Informationen zum Haus, befindet sich auf der Rückseite ein Rundgang für Familien. Große und kleine Besucher werden angeleitet, sich eine Geschichte zu Lehmbrucks Gestürztem anzusehen.

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