Stadtverwaltung

Mal kein Stau im Duisburger Straßenverkehrsamt

Viel besuchte Behördenadresse: das Duisburger Straßenverkehrsamt an der Ludwig-Krohne-Straße in Duissern.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Viel besuchte Behördenadresse: das Duisburger Straßenverkehrsamt an der Ludwig-Krohne-Straße in Duissern. Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Auf und Ab im Straßenverkehrsamt: Kunden freuen sich über kurze Wartezeiten, nachdem sich Anfang Januar wieder lange Schlangen gebildet hatten.

Für Jerzy Eller dauerte die Abmeldung seines Fahrzeugs im Straßenverkehrsamt nur rekordverdächtige zwei Minuten. „Ich bin total überrascht, nicht mal die Zeitung habe ich ausgepackt“, meint der Duisburger Geschäftsmann, der sich auf einen langen Vormittag beim Amtsschimmel vorbereitet hat. „Kein Vergleich zum vergangenen Jahr, das war grausam.“

Geradezu Seltenheitswert scheint das Bild am Dienstagmorgen im zweiten Stock des Amtsgebäudes an der Ludwig-Krohne-Straße 6 für ‘Stammkunden’ zu haben: Gut 80 Menschen warten sichtlich entspannt auf den Aufruf zum Schalter, daddeln an ihren Handys, trinken Kaffee in der Kantine. Über die Wartezeiten von 30 oder auch mal 45 Minuten beschwert sich niemand.

Lange Schlangen vergangene Woche

Ganz anders soll es noch in der vergangenen Woche gewesen sein: Über stundenlange Wartezeiten und mürrisches Personal machten sich etliche Duisburger verärgert Luft. Und dies nicht zum ersten Mal: Seit 2016 ist die Situation im Straßenverkehrsamt ein Daueraufreger.

Für Rainer Hagenacker, Vorsitzender des Personalrats der Stadt, ist das kaum verwunderlich: „Die Personaldecke ist viel zu kurz, alle Systeme bleiben deshalb wackelig.“Dass die Lage im Verkehrsamt just entspannt scheint, seit wohl nur eine Frage der Zeit, bis die nun kurzfristig eingesetzten Projektstellen im Bereich der Zulassung wieder an andere Engpässe verschoben würden.

Erst im Juli 2017 versprach die Stadt, den Geduldsfaden der Kunden bei Führerschein- und Zulassungsfällen nicht mehr überzustrapazieren, indem man Wartenummern vergab. Kurz vor Weihnachten sorgte jedoch ein krankheitsbedingter Personalnotstand im Team „Führerscheine“ für Arbeitsstau, nur zwei Kräfte mussten die Arbeit von fünf leisten. Einiges blieb dann aufgrund der vorgeschriebenen Betriebsferien zwischen Weihnachten und Neujahr liegen. Man solle Anmeldungen daher besser ins neue Jahr verlegen – riet die Stadt den Bürgern.

Computerausfall macht Probleme

In der ersten Januarwoche sah es wenig besser aus: „Am Freitag habe ich nicht einmal eine Wartenummer bekommen - man wollte wohl früher ins Wochenende“, unkt eine Frau angesäuert, die am Dienstag zum zweiten Mal antritt. Aufgrund eines Computerausfalls musste sowohl Mittwoch als auch Freitag ein vorgezogener Annahmeschluss festgesetzt werden, erläutert die Stadt.

Doch jenseits der einzelnen Panne erinnert sich mancher Kunde an nicht allzu vergangene Zeiten, an denen er bereits um 6.30 Uhr anstand, „und da waren schon 70 Leute, eine halbe Stunde vor der Öffnungszeit“. Dann anderthalb Stunden um eine Wartenummer zu ziehen, um 15 Uhr immer noch kein Aufruf. „Mein Kollege hat übernommen, weil ich Dienstende hatte – der Chef hat sich ‘gefreut’: Zwei Mitarbeiter im Einsatz für die Fahrzeuganmeldung.“ Heute braucht der Mitarbeiter eines ortsansässigen Konzerns nur wenige Minuten – die Stadt hat auf Stammkunden reagiert. Doch auf der anderen Seite des Amtstisches herrscht nicht weniger Unzufriedenheit. Hinter vorgehaltener Hand erfährt man: Der Schalterdienst im Straßenverkehrsamt ist unbeliebt, weil die Angestellten zu viel Arbeit, hohem Druck und auch unfreundlichen Kunden ausgesetzt sind.

Eine weitere Duisburger Besonderheit sind offenbar die sprachlichen Hürden, merkt der Personalratsvorsitzende Rainer Hagenacker an. Viele Zugezogene aus dem osteuropäischen Raum und darüber hinaus, melden hier ­Fahrzeuge und Führerscheine an, beherrschen aber kaum die ­deutsche Sprache. Die Umschreibung einer ausländischen Fahrerlaubnis nimmt in der Regel rund 30 Minuten in Anspruch. Auch das erhöhe den Aufwand und Druck auf das knappe Personal, so Hagenacker.

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