Gericht

Mädchen vergewaltigt: Duisburger kommt mit Bewährung davon

Wegen Vergewaltigung stand ein 46-jähriger Mann aus Duisburg-Neumühl vor dem Amtsgericht. In seinem Kiosk hatte er Anfang des Jahres eine 16-Jährige, die bei ihm ein Praktikum machte, zum Sex genötigt.

Wegen Vergewaltigung stand ein 46-jähriger Mann aus Duisburg-Neumühl vor dem Amtsgericht. In seinem Kiosk hatte er Anfang des Jahres eine 16-Jährige, die bei ihm ein Praktikum machte, zum Sex genötigt.

Foto: Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Ein Duisburger (46) hat in seinem Kiosk in Neumühl eine 16-jährige Praktikantin vergewaltigt. Dafür gab es nur eine Bewährungsstrafe.

Manche Urteile sind nur schwer verständlich. Dazu gehört wohl auch jenes des Amtsgerichts in Duisburg gegen einen 46-jährigen Mann aus Neumühl. Am 29. Januar hatte er ein 16-jähriges Mädchen, das in seinem Kiosk ein Praktikum absolvierte, mit Gewalt zum Sex gezwungen. Die Strafe dafür fiel ungewöhnlich milde aus.

Gegen 11 Uhr vormittags hatte der 46-Jährige die Jugendliche in einem Hinterzimmer seines Geschäftes geküsst und gestreichelt. Als die 16-Jährige zu erkennen gab, dass ihr das nicht Recht sei, schubste er das Mädchen auf ein Sofa und vergewaltigte sie. Erst als die junge Frau sich stark wehrte, ließ er von ihr ab.

Angeklagter ließ durch seinen Verteidiger ein Geständnis vortragen

„Mein Mandant hat ja schon bei der Haftprüfung im März ein Geständnis abgelegt“, so der Verteidiger. „Er wird das heute wiederholen.“ Allerdings wies der Anwalt darauf hin, dass der Angeklagte das tatsächliche Alter der Geschädigten nicht gekannt habe. „Sie hat behauptet, sie sei 18.“ Juristisch hätte das allerdings kaum eine Bedeutung gehabt.

Der Angeklagte wusste angeblich auch nichts von einem Praktikum. Das Mädchen habe bei ihm aushelfen wollen. Offenbar gehörte die Geschädigte zu einer Gruppe junger Mädchen aus einem nahe gelegenen Wohnheim, die sich an der Trinkhalle des Angeklagten regelmäßig mit Getränken, Süßigkeiten und Zigaretten eindeckten. Dr 46-jährige versuchte zudem, sich als Wohltäter hinzustellen, der das auf Probe arbeitende Mädchen beschenkt habe.

Viele Faktoren sprachen für den Angeklagten - und die Zeugin fehlte unentschuldigt

Der Staatsanwalt forderte trotz einiger Punkte, die zu Gunsten des Angeklagten sprachen, eine dreijährige Gefängnisstrafe. Das Schöffengericht verurteilte den Familienvater nur zu zwei Jahren, also der Mindeststrafe für Vergewaltigung. Und die gleichen Argumente, die für die geringe Strafe sorgten - der Angeklagte war nicht vorbestraft, ersparte der Geschädigten durch sein Geständnis eine Aussage und bot ein Schmerzensgeld an – reichten auch noch dazu, die Strafe auf drei Jahre zur Bewährung auszusetzen.

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Obendrein muss der Angeklagte nun 1500 Euro Schmerzensgeld an die 16-Jährige zahlen. Möglicherweise wäre die Strafe höher ausgefallen, hätte die Hauptbelastungszeugin bei der Verhandlung zur Verfügung gestanden. Doch sie fehlte unentschuldigt.

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