Kommentar

Machtkampf um den Parteivorsitz in der Duisburger SPD

      

     

Duisburg.  Sarah Philipp und Sören Link wollen die Duisburger SPD gemeinsam führen. Damit stoßen sie im Wahlkampf eine Debatte, die der Partei schaden kann.

Alle Achtung: Sarah Philipp und Sören Link stellen sich jetzt, mitten im Kommunalwahlkampf als „das neue Führungsduo der SPD“ in Duisburg vor. Zwar fügen sie schnell hinzu, „wenn die Partei es so will.“ Aber die Ankündigung zum jetzigen Zeitpunkt strotzt doch vor einem so großen Selbstbewusstsein, dass es für beide gefährlich werden kann. Denn noch ist nicht einmal sicher, dass sich die Partei für eine Satzungsänderung zugunsten einer Doppelspitze entscheidet. Gut – wenn der amtierende Oberbürgermeister und die kommissarische Parteichefin ihre gemeinsamen Ambitionen erklären, könnte dies die Entscheidung der Genossen im September beeinflussen. Aber beide müssen damit rechnen, dass es dazu nicht kommt. Und was dann? Tritt dann Sören Link gegen Sarah Philipp und Mahmut Özdemir an? Er müsste es, wenn er dann nicht beschädigt aus dieser Nummer gehen will.

Warum wirbt die Partei nicht mit ihren Spitzenkandidaten für den Rat?

Aber es passt ins Bild der sehr auf den OB zugespitzten Wahlkampagne, obwohl der ja gar nicht zur Wahl steht. Warum wirbt die Partei nicht mit ihren Spitzenkandidaten für den Rat? Die Genossen setzen derzeit alles auf die Karte Link.

Bislang sprach sich Sarah Philipp deutlich gegen eine Doppelspitze aus. Jetzt vor der Kommunalwahl die Rolle rückwärts zu machen, könnte ihr mehr schaden, als nutzen. Denn damit hat das Duo Philipp/Link einen Machtkampf um den Parteivorsitz mitten in einem für die SPD schwierigsten Kommunalwahlkampf losgetreten, den die Partei nicht gebrauchen kann. Sollte die SPD am 13. September baden gehen, könnte es deshalb auch das Aus für die Doppelspitze Philipp/Link sein, noch bevor sie gewählt wurde.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben