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Lkw-Waage vor Duisburger A40-Rheinbrücke in Betrieb genommen

Lkw-Waage vor Duisburger A40-Brücke in Betrieb genommen

Seit Freitagmorgen ist die Lkw-Waage vor der A40-Rheinbrücke Neuenkamp in Betrieb. Lastwagen mit mehr als 40 Tonnen werden abgeleitet.

Seit Freitagmorgen ist die Lkw-Waage vor der A40-Rheinbrücke Neuenkamp in Betrieb. Lastwagen mit mehr als 40 Tonnen werden abgeleitet.

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Duisburg.   Seit Freitagmorgen ist die Lkw-Waage vor der A40-Rheinbrücke Neuenkamp in Betrieb. Lastwagen mit mehr als 40 Tonnen werden abgeleitet.

Brummi-Fahrer sollten ab sofort das Gewicht ihrer Ladung gewissenhaft prüfen, bevor sie die Neuenkamper A40-Rheinbrücke überqueren. Dort ist seit Freitagmorgen die Lkw-Waage in Betrieb. Überladene Lkw werden dort herausgewunken, um ihre Last vorschriftsmäßig zu verteilen oder auf die maximal zulässigen 40 Tonnen zu reduzieren. Gewogen wird zunächst nur in Fahrtrichtung Essen. „Eine Anlage in Fahrtrichtung Venlo wird im Frühjahr eingerichtet“, kündigt Joachim van Bebber, Leiter der Autobahn-Niederlassung Krefeld an.

Österreicher mit Obst an Bord fällt zuerst auf

Vor der Brücke sind in der Fahrbahn ebenso Mess-Schleifen eingebaut worden wie an der Auffahrt Homberg. Schwerlaster, die dort auffallen, werden auf den eigens gebauten Parkplatz vor der Brücke gelenkt. Auf einer weiteren Waage wird dann jede Achse einzeln gewogen. Ein Österreicher, er hatte Obst geladen, fiel als am Freitag als erster auf. 11,4 Tonnen statt der maximal zulässigen 10 Tonnen auf der Antriebsachse – mit einem Gabelstapler, der bereitsteht, musste er die Ladung neu verteilen.

„Wenn einer mit Schüttgut kommt, dann muss er sich etwas einfallen lassen“, sagt Peter Belusa, Abteilungsleiter Straßenbau der Autobahn-Niederlassung. Nur bis maximal 100 Kilo Überladung pro Rad drücken die Beamten der Autobahnpolizei – zur Unterstützung sollen Kräfte des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) hinzukommen – noch ein Auge zu. Gut so, sagt Belusa: „Einer reicht, um uns die Brücke massiv zu beschädigen.“ Bei einem Probelauf in der vergangenen Woche, sei ein Brummi mit 60 Tonnen Gesamtgewicht aufgefallen.

Bei bis 100 Kilogramm Überlast drücken Beamte ein Auge zu

Das System, ebenso wie das an der Leverkusener Rheinbrücke errichtet vom Wiege-Unternehmen Volkmann & Rossbach aus Montabaur, läuft täglich rund um die Uhr im Dreischicht-Betrieb. „Auch am Wochenende fahren überladene Lkw“, begründet Belusa.

Bis 2024 – dann soll der Verkehr über den ersten Teil der neuen Brücke rollen, muss das alte Bauwerk noch halten. „Wir werden bis dahin ständig damit beschäftigt sein, sie zu erhalten“, sagt Joachim van Bebber. Rund 100.000 Fahrzeuge, davon 10.000 Lkw rollen täglich über die Brücke – für wesentlich geringere Mengen und nur zwei Fahrspuren ist das alte Bauwerk ausgelegt. Auf rund 1750 beläuft sich nach ersten Probemessungen pro Woche der Anteil der überladenen Lkw.

Betrieb einer Waage kostet neun Millionen Euro

Auch der finanzielle Aufwand ist hoch: Rund neun Millionen Euro kostet allein eine Waage und die Software für ihren Betrieb pro Fahrtrichtung. Hinzu kommen Personalkosten, die sich voraussichtlich auf bis zu drei Millionen Euro pro Jahr belaufen werden.

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