Zuwanderung

Linke und Grünen kritisieren Duisburgs Oberbürgermeister

Das Ordnungsamt bei einem Einsatz in Marxloh.

Das Ordnungsamt bei einem Einsatz in Marxloh.

Foto: Eickershoff

Duisburg.   Für seine Aussagen über Zuwanderung und Sozialmissbrauch erntet Sören Link heftigen Widerspruch von Integrationspolitikern von Linken und Grünen.

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Bei Duisburgs Linkspartei und den Bündnisgrünen sind die Äußerungen und Interviews von Oberbürgermeister Sören Link (SPD) zur Zuwanderung aus Sudosteuropa und zum Sozialmissbrauch auf Kritik und Empörung gestoßen.

Link hatte unter anderem die kriminellen Netzwerke zum Missbrauch beim Kindergeld angeprangert und die Folgen der hohen Zuwanderungszahlen in einzelnen Stadtteilen beklagt. „Eine Drohkulisse, die die Stadtgesellschaft weiter spaltet, nutzt niemandem“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Linke, Martina Ammann-Hilberath. Sie verweist zudem darauf, dass die Mehrheit der Kinder aus Rumänien oder Bulgarien, die Kindergeld beziehen, auch hier lebten.

Linke: Opfer werden zu Tätern

Lukas Hirtz, Sprecher der Linkspartei ergänzt: „Zwar benennt Sören Link, dass kriminelle Strukturen diese Menschen ausnutzen. Er macht aber hier aus Opfern Täter.“ Zustimmung findet Link für die Forderung nach Hilfe von Land, Bund und EU: „Die Unterfinanzierung der Kommunen lässt die Stadt in die Vergeblichkeitsfalle tappen. Duisburg braucht dringend weitere Unterstützung, um die Integrationsvorhaben der nächsten Jahre realisieren zu können“, so Ammann-Hilberath. „Wenn es mehr guten und günstigen Wohnraum in Duisburg gäbe und der Wohnungsmarkt diskriminierungsfrei wäre, dann könnten die Miethaie die Not der Zuwanderer gar nicht erst missbrauchen“, ergänzt Birane Gueye, migrationspolitischer Sprecher der Linken.

Integration statt Ausgrenzung

Scharfe Kritik auch von den Duisburger Grünen. „Die Unterstellung, dass ein Großteil der EU-Ausländer sich durch Missbrauch massenhaft deutsches Kindergeld ergaunert, ist eine Unverschämtheit. Das was Sören Link von sich gibt, ist nichts anderes als Antiziganismus“, meint der integrationspolitische Sprecher Melih Keser. Bei den Kindergeldzahlungen an EU-Bürger lebten nur zwei Prozent der Kinder im Ausland.

Die Denkweise, die eine Menschengruppe als „kriminell“, kennzeichnet, führe zu massiven Diskriminierungen der Minderheit, warnen die Grünen: „Die Herausforderung der Integration der Menschen aus Südosteuropa muss angepackt werden, kontraproduktiv ist es da, wenn ein Oberbürgermeister eine Minderheit zur Zielscheibe macht.“

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