Kommentar

Lichtermarkt mit Weltrekord: Eine gute Werbung für Duisburg

    Es kommentiert: NRZ-Redakteurin Rosali Kurtzbach  

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Duisburg.  Schauinsland-Reisen macht mit dem Weltrekord einer Ballon-Krake im Landschaftspark Nord der Stadt Duisburg vor, wie gute Imagepflege läuft.

Erst eine Sandburg, dann eine Eisskulptur und jetzt eine Ballon-Krake: Mit einem weiteren Weltrekord, der im Landschaftspark Nord aufgestellt wurde, zeigt Schauinsland-Reisen, wie gute Werbung funktioniert. Werbung fürs Unternehmen, von der die Stadt Duisburg profitiert.

Denn Bilder, wie Ballonkünstler an einer Weihnachtskrake aus 10.000 Luftballons und dazu noch an einer Szenerie mit bis zu 20.000 Ballons arbeiten, bringen eine Publicity, von der Duisburgs Stadtmarketing derzeit nur träumen, aber vielleicht für die Zukunft auch einiges lernen kann. Denn Plakate und ein vermeintlich griffiger Slogan (Echt Duisburg...) reichen längst nicht mehr aus, um Aufmerksamkeit zu erhaschen und Imagepflege zu betreiben. Unternehmer wie Gerald Kassner, der ein Familienunternehmen seit Jahrzehnten erfolgreich auch durch schwierigen Zeiten für die Branche führt und trotz hoher Gewerbesteuer am Standort Duisburg festhält, gar in eine neue Firmenzentralen investiert, sind für Duisburg enorm wichtig.

Gut, dass es davon einige gibt, wie zum Beispiel den IT-Unternehmer Alexander Kranki. Der gebürtige Mülheimer und Chef von Krankikom ist längst überzeugter Duisburger. Er glaubt daran, dass die Stadt mehr Investoren und Mittelständler hierher holen kann. Wie er engagieren sich mittlerweile 60 Unternehmer im Verein „Wirtschaft für Duisburg“, die etwas für Duisburg bewegen wollen – gemeinsam mit der Verwaltung und Politik. Denn die könne sich nicht mehr raushalten. Eine erfolgreiche Wirtschaft, ein erfolgreiches Standortmanagement braucht heute die Zusammenarbeit aller Akteure einer Stadt. Die Wirtschaft läuft nicht mehr wie früher von alleine.

Noch wie eh und je arbeitet dagegen der Rat. Die GroKo winkte in dieser Woche den Doppelhaushalt durch. Anträge der „kleineren“ Fraktionen wurden mit nicht immer nachvollziehbaren Begründungen abgebügelt. Was spricht denn bitte dagegen, die Kosten für den Umbau eines Gebäudes zum Soziokulturellen Zentrum und die Betriebskosten für die Erprobungsphase vorbehaltlich in den Haushalt mit einzuplanen? Nichts. Zumal alle Fraktionen – auch die der SPD und CDU – dieses Zentrum grundsätzlich begrüßen. Aber es war ein Antrag der Grünen. Und Anträge der Oppositionsparteien (Grüne, Linke, Junges Duisburg, FDP) kommen selten im Rat durch – oder werden auch schon mal nach ein paar Monaten vielleicht in etwas abgeänderter Form von einer der großen Parteien wieder neu eingebracht. Schade. Denn das ist keine gute Werbung für die Kommunalpolitik.

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