Inklusion

Lebensräume bauen in Duisburg-Hochfeld ein neues Wohnheim

Gabi Fechner, links, und Rosemarie Jaroniak zeigen ihr Zimmer im Wohnheim.

Gabi Fechner, links, und Rosemarie Jaroniak zeigen ihr Zimmer im Wohnheim.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Hochfeld.  Im neuen Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Duisburg-Hochfeld bekommt jeder ein Einzelzimmer. Es gibt Pläne für die Nachbarschaft.

Die „Lebensräume“, ein Sozialunternehmen, das sich um Wohn- und Hilfeangebote für Menschen mit Behinderung kümmert, baut ein neues Haus für Betreutes Wohnen an der Wanheimer Straße. Direkt dahinter befindet sich bereits eine Anlage, in der aktuell 38 Personen leben. „Das Haus entspricht nicht mehr dem Standard,wir wollen kleinere Einheiten bieten“, erklärte Geschäftsführer Thomas Wittke jüngst beim Spatenstich. Inklusives Zusammenleben soll künftig mehr im Mittelpunkt stehen. So könnten nach dem Umzug in das ehemalige Wohnheim zum Beispiel Studenten einziehen. Wenn sie sich um die Bewohner kümmern, zahlen sie eine günstigere Miete. Mit Blick auf den geplanten Neubau am Rheinpark soll zur Wanheimer Straße eine einladender Park entstehen, in dem sich die Nachbarn begegnen können.

Arbeit hat sich seit den 1980er Jahren sehr verändert

Eine der Bewohnerinnen ist Rosemarie Jaroniak. „Komm rein, hier wohne ich mit Gabi. Wir verstehen uns gut“, winkt die 53-Jährige den Besuch ins Zimmer. Seit den 1980er Jahren wohnt sie in der Einrichtung, war froh, zu Hause auszuziehen und auf eigenen Beinen zu stehen. Gabi Fechner zog vor ein paar Jahren zu ihr. Die Wand hinter ihrem Bett zeigt Rosemarie Jaroniak beim Sport oder bei Feiern. Auch wenn die beiden Frauen gerne zusammenwohnen: „Seit den 1980er Jahren hat sich in der Arbeit viel geändert. Früher wurde eher der Heim-Charakter betont, heute geht es um selbstbestimmtes Leben“, weiß Norbert Gatz, pädagogischer Leiter bei den Lebensräumen. Die Bewohner werden angeleitet, für sich selbst zu sorgen - zum Beispiel regelmäßig ans Zähneputzen zu denken oder bewusst mit dem Taschengeld umzugehen. Andere sind selbstständig in Hochfeld unterwegs. „Personen mit wenig Betreuungsbedarf wohnen in der Regel in eigenen Wohnungen oder WGs“, betont Gatz. In den vergangenen Jahren ziehen aber zunehmend Menschen mit Behinderung ein, die einen höheren Betreuungsbedarf haben. An der Wanheimer Straße wohnen zudem einige Rentner, die nicht mehr in der Werkstatt arbeiten und für die es auch tagsüber Angebote gibt.

Grundausstattung wird gestellt

In dem neuen Haus ist Platz für 24 Bewohner. Es entstehen nur Einzelzimmer und zudem auf jeder Etage Gemeinschaftsräume. Damit erfüllt der Träger auch seine gesetzliche Quote. „Och, ich möchte eigentlich mit Gabi wohnen bleiben“, sagt Rosenarie Jaroniak. „Natürlich entstehen bei dem einen oder anderen auch Sorgen“, weiß Norbert Gatz. Andererseits malen sich einige schon aus, wie sie ihre Zimmer möblieren könnten. Eine Grundausstattung wird gestellt. Mitte 2020 soll das neue Wohnheim fertig gestellt sein. Für alle, die sich eine neue Bleibe suchen müssen, verhandeln die „Lebensräume“ derzeit mit der Gebag. Im Gespräch sind zum Beispiel barrierefreie Wohnungen, die im „Citywohnpark“ geschaffen werden könnten

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