Abbruch-Arbeiten

Landschaftspark: Ex-Disco Tentorium wird abgerissen

Höhenretter des THW haben zusammen mit der Feuerwehr im Februar die Zirkusplanen zerschnitten und abgeseilt. Sie drohten nach den Sturmschäden auf die A59 geweht zu werden.

Foto: Annette Kalscheur

Höhenretter des THW haben zusammen mit der Feuerwehr im Februar die Zirkusplanen zerschnitten und abgeseilt. Sie drohten nach den Sturmschäden auf die A59 geweht zu werden. Foto: Annette Kalscheur

Duisburg.  Mittwoch beginnt der Abriss an der Ex-Disco Tentorium in Duisburg. Sturm Friederike und Brände haben Vorarbeit geleistet. Sechs Wochen geplant.

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Sechs Wochen Fleißarbeit hat das Abrissunternehmen vor der Brust, das am Mittwoch seine Fahrzeuge und Arbeitsmittel auf dem Gelände der ehemaligen Großdisco Tentorium in Duisburg Hamborn aufgebaut und am Donnerstag schließlich die Arbeit aufgenommen hat. Der Landschaftspark als Eigentümer des Geländes lässt die Fläche räumen, die Stadt Duisburg hat die Abrissgenehmigung erteilt. Zunächst soll der Müll fortgeschafft werden, um das Gelände überhaupt befahren zu können, dann wird abgerissen.

Architekt Görge Jonuschat vom Landschaftspark Nord erklärt, dass der Abriss auch für einen Entrümpler keine alltägliche Aufgabe sei. Eine Mischung von Holz, Metall, Plastik und Sanitäranlagen müssen sie in den kommenden Wochen und Monaten für eine fachgerechte Entsorgung sortieren und abfahren. Hinzu kommen schrottreife und nicht fahrbereite Lkw-Anhänger, teilweise ausgebrannte Zirkus-Wohnwagen, Möbel- und Elektro-Schrott. „Hier ist nach der Pleite der Disco noch einziges von anderen Leuten abgekippt worden“, sind die Entsorger sicher. Metall und Kunststoffe sollen zu Geld gemacht werden, um wenigstens einen Teil der Kosten von geschätzten 160.000 Euro zu erlösen. Im letzten Jahr hatte sich das Gelände trotz Absicherungsmaßnahmen zu einem Pilgerort für Lost-Places-Fotografen entwickelt.

Ursprünglich hatte der Architekt mit noch umfangreicheren Abrissarbeiten geplant. Dann kam Sturm Friederike im Februar und zerstörte Teile der Aufbauten. In der Folge drohten Stücke der schweren Zirkusplanen auf die A59 geweht zu werden. Feuerwehr und THW mussten in einer konzertierten Aktion mit Höhenrettern die Planen abtragen. Schließlich zerstörte auch noch ein Feuer vieles im und am Tentorium.

Umweltschäden geringer als befürchtet

Die Umweltschäden würden sich entgegen den Befürchtungen im Rahmen halten. Zwar hätten die Heizungsanlagen nachweisbar Einfluss auf den Boden genommen, die Werte seien aber im Toleranzbereich, man müsse daher voraussichtlich wenig auskoffern oder versiegeln, so Jonuschat. Das sei "nicht schön, aber harmlos". Auch die alten Fahrzeuge, Wohnwagen etwa und Sattelschlepper, seien allenfalls noch "Staffage" und keine Gefahr für die Umwelt.

Die Baustelle werde umfangreich mit Kameras überwacht, betont Architekt Jonuschat. Wenigstens Kunststoffe und Metalle sollen am Markt noch zu Geld gemacht werden.

Die Kosten der Flächenbereinigung schätzt Landschaftspark-Chef Winkels auf rund 160.000 Euro. Abzuwarten sei aber, ob es beim Entrümpeln noch Überraschungen gebe.

Die Stadt will die Kosten beim Eigentümer des Tentorium einklagen, die Betreibergesellschaft hat aber vor zwei Jahren Insolvenz angemeldet.

Blindgänger auf dem Gelände

Auf dem Gelände gibt es vier konkrete Verdachtsmomente für Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist involviert, nach Angaben von Jonuschat gibt es einen Verdacht im unmittelbaren Bereich des Tentoriums, die anderen drei sind im weiteren Umfeld.

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