Kunst-Eklat

Kunst muss Denkanstöße geben dürfen, auch in einer Kirche

Ein Kommentar von WAZ-Redakteurin Fabienne Piepiora

Ein Kommentar von WAZ-Redakteurin Fabienne Piepiora

Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.  Will Kirche in Duisburg Plattform für künstlerische und historische Auseinandersetzungen sein, muss sie sich bewegen. Ein Kommentar.

Von der Debatte um die geplante Foto-Ausstellung in St. Joseph ist die katholische Kirche kalt erwischt worden. Manchmal ist das Gegenteil von gut gemacht eben nur gut gemeint.

Wenn die Zeitzeugenbörse und die Kirche postulieren „Das darf sich nie wiederholen“, sind sie damit inhaltlich nicht weit vom Mahner und streitbaren Demokraten Cyrus Overbeck entfernt. Doch dem Künstler, der wegen Anfeindungen von Rechtsextremen erst kürzlich wieder nach Duisburg gezogen ist, geht das Zeigen von Fotos nicht weit genug. Kaputte Straßenzüge, so seine Kritik, thematisieren nur die Opferrolle. Seine Beiträge in „The War“ hingegen bieten vielschichtige Perspektiven. Wenn er sagt „Niemand ist frei von Schuld“ öffnet er den Blick für Opfer und Täter. Er nimmt die historischen Ereignisse zum Anlass, um Denkanstöße zu geben - in heutigen Zeiten wichtiger denn je.

Die Kirche St. Joseph hat selbst den Anspruch, eine „Kulturkirche“ zu sein. Die katholische Kirche könnte in diesem Fall eine Plattform für die künstlerische und historische Auseinandersetzung bieten. Sie muss es sogar, wenn Kirche weiterhin eine relevante Rolle in der Gesellschaft spielen möchte.

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