Soziokultur

Kulturausschuss öffnet Tür für mehr Soziokultur in Duisburg

In der ersten Etage des ehemaligen Textilhauses Decher haben die Akteure einen Standort für das soziokulturelle Zentrum gefunden.

In der ersten Etage des ehemaligen Textilhauses Decher haben die Akteure einen Standort für das soziokulturelle Zentrum gefunden.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg  Kulturdezernent Thomas Krützberg sagt zu: Bis zur nächsten Sitzung im Juni gibt es ein tragfähiges Konzept für Probebetrieb am Stapeltor.

. Die Kulturverwaltung will am 6. Juni dem Kulturausschuss eine „beschlussreife Vorlage“ für den Probebetrieb eines soziokulturellen Zentrums im ehemaligen Textilhaus Decher an der Straße Am Stapeltor 6 vorlegen. Darin soll das finanzielle und inhaltliche Konzept für einen funktionierenden Probebetrieb beschrieben sein. „Dann sind Sie dran“, so Krützberg mit Blick auf die Entscheidung der Politik.

Das Bauordnungsamt habe sich die Räume, die der Vermieter Christian Otto der Initiative „Du erhäl(st) Kultur“ angeboten hat, noch vor der gestrigen Sitzung angeschaut und „unterstützende Beratung und Hilfestellung“ bei Fragen zugesagt, die noch gelöst werden müssten.

Grüne sehen dringenden Handlungsbedarf

Zuvor war der Antrag der SPD-Fraktion ausgiebig diskutiert worden, die Verwaltung möge „ein tragfähiges (finanzielles) Konzept zur Umsetzung einer Erprobungsphase zu erarbeiten, welches zudem auch einen Ansatz für ein Kreativ-Quartier in der Duisburger Altstadt ermöglicht“. Die CDU schloss sich an, mahnte aber, dass sich der Fall „Alte Feuerwache“ mit millionenschweren Rückforderungen des Landes nicht wiederholen dürfte.

Druck machte vor allem Claudia Leiße (Grüne), die betonte, am Stapeltor sei die Situation eine ganz andere als bei der Alten Feuerwache. Diesmal gebe es einen privaten Eigentümer, die Initiatoren hätten ein klares Konzept und hätten bereits Förderzusagen. Um die befristeten Fördergelder zu erhalten, müsse es aber einen Standort geben. „Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, so Leiße. Deswegen dürfe die Initiative nicht mit mittel- oder langfristigen Aufgaben wie der Entwicklung eines Kreativ-Quartiers belastet werden.

Vom Trauma Eschhaus befreien

Schließlich sollten sich die Duisburger mal vom „Trauma Eschhaus“ befreien, worauf mehrere Ratsvertreter „gestanden“, selbst dort Besucher gewesen zu sein.

Auch wenn Krützberg sagte, man solle angesichts des Kulturbunkers oder des Steinhof nicht so tun, als gebe es in Duisburg kein soziokulturelles Zentrum, lobte er gestern „Energie, Einsatz und Ideenreichtum der Akteure“; er hatte sich offenbar in der SPD-Fraktion für den Antrag stark gemacht, der schließlich einstimmig vom Ausschuss angenommen wurde.

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