Kult-Kneipe

Kult-Kneipe „Fährmann“ in Duisburg vor der Wiedereröffnung

Die Kult-Kneipe „Fährmann“ in Duisburg-Neudorf steht mit neuen Betreibern kurz vor der Wiedereröffnung.

Die Kult-Kneipe „Fährmann“ in Duisburg-Neudorf steht mit neuen Betreibern kurz vor der Wiedereröffnung.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Kult-Kneipe „Fährmann“ in Duisburg steht kurz vor der Wiedereröffnung. Wir haben mit den neuen Betreibern schon einen Blick hineingeworfen.

Die Trauer in der Duisburger Kneipenszene ist groß gewesen, als der „Fährmann“ in Neudorf im März dieses Jahres dicht machte. Nun steht eine Wiedereröffnung mit neuen Betreibern kurz bevor. Am Montag, 5. Oktober, soll es um 18 Uhr soweit sein.

Von außen sieht es aus wie bisher und auch der Betrieb solle sich nicht groß ändern, erklären die neuen Betreiber. Geführt wird der der „Fährmann“ künftig von Christian Rademaker, Lennart Tappe, Norman Butry und Lukas Selic. „Wir kennen uns schon seit Schulzeiten und aus dem Fitnessstudio“, erklärt der neue Geschäftsführer Christian Rademaker.

Wiedereröffnung der Kult-Kneipe in Duisburg-Neudorf ist „emotionales Projekt“ ehemaliger Gäste

Als die vier Duisburger, die in Neudorf und Duissern wohnen, von der Schließung der Kult-Kneipe hörten, setzten sie sich zusammen und überlegten, wie es wäre, den „Fährmann“ zu betreiben. „Wir haben dann mit dem bisherigen Betreiber Thilo Scheumann gesprochen und aus einer vermeintlichen Schnapsidee ist ein ernsthaftes Projekt geworden“, so Rademaker. „Da wir bis zur Schließung oft im Fährmann waren, ist es ein emotionales Projekt für uns, den Betrieb aufrechtzuerhalten“, sagt Norman Butry.

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In der Kneipenszene sind die neuen Betreiber, die den „Fährmann“ als gleichberechtigte Partner betreiben, Neulinge. Rademaker und Butry haben ihr Studium bereits abgeschlossen und sind als selbstständige Berater und Ingenieure tätig, während Trappe und Selic noch studieren.

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Wichtig ist ihnen künftig: „Es bleibt alles so, wie es vorher war.“ Dazu gehört, dass die alte Karte mit wenigen Ausnahmen – künftig wird auch Gösser-Radler und glutenfreies Bier angeboten – Bestand hat. „Wir möchten den Kultstatus aufrechterhalten, weshalb sich eigentlich nichts ändern soll“, so Butry. Dabei solle niemand merken, dass etwas anders ist, ergänzt Rademaker. Daher gelte auch künftig: Eintritt erst ab 21 Jahren.

Gäste müssen wegen Corona vorerst auf Kicker und Darts verzichten

Eines werden die neuen und alten Gäste jedoch ziemlich schnell merken: Wegen der Corona-Regeln müssen die Gäste vorläufig auf den Kicker-Tisch und die Dartscheibe verzichten. Zukünftig sollen aber auch diese Attraktionen wieder zurückkehren.

Wegen Corona hat sich auch insgesamt das Aussehen der Kneipe verändert. Die Tische sind mit durchsichtigen Plastik-Raumtrennern voneinander getrennt und die Theke ist mit Plexiglas abgeschirmt. Um aber trotzdem das kultige Kneipen-Würfelspiel „Schocken“ zu ermöglichen, haben sich die Vier etwas ausgedacht.

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„An jedem Tisch gibt es ein Schockbesteck, das den Tisch nicht verlassen soll und nach einem Gästewechsel desinfiziert wird“, sagt Butry. Zudem hätten sie einen sogenannten Spülboy angeschafft, mit dem die Gläser besonders heiß gewaschen werden könnten, erklärt Tappe, der im Winter ein Medizintechnik-Studium aufnimmt.

„Das Konzept kann nur gelingen, wenn sich alle an die Regeln halten“

Wegen der Corona-Verordnungen, die einen Thekenbetrieb untersagen, bietet der „Fährmann“ derzeit an sieben Tischen Platz für 40 Personen. Um dabei den Gästestrom besser kontrollieren zu können, bitten die Betreiber ihre Gäste um Reservierungen. „Trotzdem können die Menschen auch ohne Reservierung vorbeikommen“, so Butry. Man solle dann aber nicht zu traurig sein, wenn es bereits voll ist.

Wichtig für das Gelingen der Wiedereröffnung sei auch, dass alle an einem Strang ziehen. „Das Konzept kann nur gelingen, wenn alle die Regeln einhalten und auch vor der Tür Abstände einhalten“, mahnt Butry. Zu den Corona-Maßnahmen gehöre schließlich auch das regelmäßige Stoßlüften. „Während dieser Zeit müssen die Gäste dann eben ein Flüsterbier trinken“, sagt Rademaker.

Hinter der Theke warten altbekannte Gesichter

Die Wiedereröffnung noch in Coronazeiten habe einen bestimmten Grund: „Wie man den sozialen Medien entnehmen kann, wünschen sich viele ehemalige Stammgäste, dass der ,Fährmann’ lieber heute als morgen wieder aufmacht“, so Butry. Ab nächster Woche werden alte und neue Gäste auch hinter der Theke auf altbekannte Gesichter treffen. Obwohl die neuen Betreiber zukünftig auch selbst hinter der Theke stehen wollen, haben sie drei der alten Mitarbeiter übernommen.

„Das war uns wichtig, weil die Mitarbeiter immer auch für die Stimmung im ,Fährmann’ gesorgt haben und wir diesen in der Coronazeit einen Arbeitsplatz bieten können“, so Butry. In den ersten Wochen nach der Eröffnung können sich die Gäste zudem auf ein kleines Wiedersehens-Angebot freuen: ein „mundwasserähnlicher Schnaps aufs Haus.“

>> GEWOHNTE ÖFFNUNGSZEITEN IM „FÄHRMANN“

• Die Kneipe „Fährmann“ liegt an der Mülheimer Straße 180 in Neudorf. Die Wiedereröffnung findet am Montag, den 5. Oktober ab 18 Uhr statt. Wie bisher, hat der „Fährmann“ von montags bis donnerstags von 18 bis 24 Uhr und freitags bis samstags von 18 bis 3 Uhr geöffnet.

• Informationen zu den Reservierungen folgen in den nächsten Tagen über Facebook und Instagram.

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