Museumsbau

Küppersmühle in Duisburg: Neu und Alt wachsen zusammen

Der Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle wächst unübersehbar. Verbunden werden die Gebäude durch die Silos.

Foto: Christoph Wojtyczka

Der Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle wächst unübersehbar. Verbunden werden die Gebäude durch die Silos. Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Die Erweiterung der Küppersmühle kommt planmäßig voran. Das Museum schließt Ende Januar für vier Monate, um die Gebäude zu verbinden.

Bevor das um 2500 Quadratmeter erweiterte Museum Küppersmühle 2019 eröffnet werden kann, muss es erstmal schließen. „Baubedingt“, so Museumschef Walter Smerling, wird die zum Museum umgewandelte Getreidemühle Ende Januar voraussichtlich vier Monate nicht öffentlich zugänglich sein, um das historische Gebäude mit dem Erweiterungsbau zu verbinden. Weil das Schmutz macht, müssen Teile der Sammlung abgehängt und gelagert werden.

Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau wird durch die ehemaligen Getreidesilos führen, auf denen eine Aussichtsplattform entsteht, wie Architekt Pierre de Meuron bei der Grundsteinlegung am 5. April erläuterte. Aber auch Klimaanlage und Energieversorgung beider Gebäude müssten synchronisiert werden, so Smerling. Insgesamt gebe es „eine überwiegend planmäßige Entwicklung“, das Gebäude wachse „Geschoss um Geschoss“. Es soll Ende des Jahres fertig sein, anschließend wolle man sich Zeit nehmen für die Einrichtung der 2500 Quadratmeter zusätzlichen Ausstellungsfläche, die sich somit verdoppelt.

„Besonders schön ist, dass die Innenarchitektur den Charakter der Räume identisch gestaltet“, so Smerling. Er will „in enger Abstimmung mit den Sammlern“ auch das Konzept der Künstlerräume fortführen, also jedem Künstler „seinen“ Raum zuzuordnen. „Das ist ja das Besondere an diesem Museum, dass man die Entwicklung der Kunst nach 1945 vergleichen kann, und es von jedem Künstler eine Vielzahl von Werken gibt.“ Künftig könne man die unterschiedlichen Strömungen noch prägnanter darstellen als bisher.

Smerling betont, dass die Sammler Sylvia und Ulrich Ströher den Anbau „aus reinem privaten Engagement“ finanzieren und damit „ein großartiges Zeichen für den Kulturstandort Duisburg und die Region“ setzen. Die Ströhers gehören zum verschwiegenen Kreis der Wella-Erben.

Kohle-Kunst von Jannis Kounellis

Das Wechselausstellungsprogramm muss das Museum wegen der Bauarbeiten allerdings in diesem Jahr einkürzen. Sicher ist, dass es sich – wie das Lehmbruck-Museum und das Museum DKM – am Ruhr-Kunst-Museen-Projekt „Kunst & Kohle“ beteiligt. Eigentlich war geplant, dass Jannis Kounellis eine Rauminstallation mit Kohle schafft. Nachdem der 1936 in Griechenland geborene Künstler, Mitbegründer der Arte-povera-Bewegung, im Februar 2017 gestorben ist, wird von Juni bis September eine Ausstellung mit seinen Arbeiten präsentiert. Eine zweite Wechselausstellung ist geplant, „aber da sind wir baubedingt zurückhaltend“, so Smerling.

Bruno Koberling bleibt bis zum 28. Januar

Die aktuelle Wechselausstellung mit Werken von Bernd Koberling aus den Jahren 1963 bis 2017 ist noch bis zum 28. Januar im Museum Küppersmühle am Philosophenweg zu sehen.

Am Sonntag, 14. Januar, 11 Uhr, sprechen Koberling und Markus Lüpertz über „Die Neuerfindung der Malerei“. Eintritt 10 Euro.

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