Duisburger Freiheit

Krieger-Fläche: Duisburg hat eine zweite Großchance

30 Hektar groß ist das Güterbahnhofsgelände, das zwischen Autobahn und Gleisen liegt. In der Mitte die alten Güterbahnhofshallen.

30 Hektar groß ist das Güterbahnhofsgelände, das zwischen Autobahn und Gleisen liegt. In der Mitte die alten Güterbahnhofshallen.

Foto: Blossey

Duisburg.   Für den Kauf der Krieger-Fläche am Rand der Innenstadt gibt es durchweg Lob aus der Politik. Die Gebag will sensibel mit Loveparade-Last umgehen.

Schon auf Deutschlands größter Immobilienmesse, der Expo Real in München, wird die städtische Gebag in der kommenden Woche mit einem Flyer mögliche Investoren mit ersten Infos zum just erstandenen Krieger-Gelände „anfüttern“. Zugleich dämpft Gebag-Chef Bernd Wortmeyer allzu ungeduldige Erwartungen. Es wird einige Jahre dauern, bis auf der „Duisburger Freiheit“-Brache etwas zu sehen sein wird. Aus der Politik ist derweil nur Lob und Zustimmung zu dem Super-Coup zu hören.

„Es wird keine Schnellschüsse geben“, stellt Wortmeyer klar. Ohnehin muss es für die Brache einen neuen Bebauungsplan geben. Noch gilt Baurecht für das Möbelhaus. Auch einen städtebaulichen Ideenwettbewerb hält der Gebag-Chef für ratsam.

„Es wird zwei bis drei Jahre dauern, bis da etwas passieren wird“, glaubt Wortmeyer. Möglich, dass etwas schneller der unübersehbare Schandfleck, die Güterbahnhofsruine, abgerissen wird. Sehr sensibel wollen Gebag und Stadt bei der Entwicklung auch mit der Last und Verantwortung der Loveparade-Katastrophe umgehen.

Auf keinen Fall großer Einzelhandel

Wohnen, Büros, Gewerbe auf dem Krieger-Gelände: Für Wortmeyer ist „der Markt dafür da, Essen und Düsseldorf haben keinen Platz mehr“. Beim Wohnen sei allerdings die Lage zwischen Autobahn und Gleisen problematisch. Von großflächigem Einzelhandel, gar einen Outlet, hält der Gebag-Chef nichts.

Zum Kaufpreis schweigt sich Wortmeyer aus, stellt nur klar, dass es für die städtische Wohnungsbaugesellschaft „keine Risiken gibt“ und die Finanzierung in keiner Weise das ureigene Vermietungsgeschäft und die Wohnungspflege beinträchtige. Nach WAZ-Informationen soll der Kaufpreis deutlich über den 17 Millionen Euro liegen, die Krieger 2009 für das Gelände bezahlt haben soll.

Das meinen SPD und CDU

Die Rats-GroKo aus SPD und CDU, die noch 2015 Kriegers Designer-Outlet-Pläne für das Areal unterstützt hatte, auch mit dem Verweis, dass der Stadt das Gelände nicht gehört, ist jetzt mehr als zufrieden. „Das ist eine große Chance für Duisburg. Jetzt haben wir es in der Hand, wie die Brachfläche entwickelt wird. Jetzt können wir nach vorne schauen und ganz in Ruhe überlegen, wie wir das Filetgrundstück entwickeln möchten“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Bruno Sagurna. Grundlage für die weiteren Planungen sollen die ursprünglichen Ideen im Masterplan von Norman Foster sein.

„Das ist eine einmalige Chance für die Stadtentwicklung. Damit ist der frühere Fehler, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht nicht ausgeübt hat, wieder bereinigt. Wir freuen uns für Duisburg und seine Bürger, dass die Gebag das allzu lang brach liegende Krieger-Gelände aufkaufen, baureif und weiterentwickeln will“, erklärt CDU-Fraktionssprecher Rainer Enzweiler. Der planungspolitische Sprecher Thomas Susen meint: „Damit ist der jahrelange Stillstand beendet.“ Nach dem bedauerlichen Aus für das Design Outlet Center (DOC) gebe es wieder eine realistische Chance, das Filetstück zu einem attraktiven Standort für Büros und Wohnungen und zu einer Visitenkarte Duisburgs zu machen.

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