Rückzahlung

Kreative wollen Ideenwerkstatt für die Alte Feuerwache

Der Umbau wurde damals mit Geldern  von der EU und dem Land NRW unterstützt.

Foto: Manfred Foltin

Der Umbau wurde damals mit Geldern von der EU und dem Land NRW unterstützt. Foto: Manfred Foltin

Hochfeld.   Nachdem die Stadt 2,1 Millionen Euro Fördergelder für die Alte Feuerwache zurückzahlen muss, fordern Künstler und Vereine ein neues Konzept.

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Die Stadt muss 2,1 Millionen Euro zurückzahlen, die sie vor Jahren für den Umbau der Alten Feuerwache vom Land NRW und der EU bekommen hat. Wie es mit dem Haus weitergeht, will die Stadt nun überlegen. „Nachdem der Rückzahlungsbescheid kam, wurde der Dialog erst einmal auf Eis gelegt“, erklärt Christian Wagemann vom Verein „Mustermensch“. Mustermensch setzt sich schon seit Jahren für die Gründung eines soziokulturellen Zentrums ein. Nun haben sich zahlreiche Vereine und Kreative getroffen, um Ideen für die Alte Feuerwache zu sammeln und daraus ein Konzept zu entwickeln. „Wer Geld hat, 2,1 Millionen Euro zurückzuzahlen, der kann auch 100 000 Euro im Jahr für ein soziokulturelles Zentrum ausgeben“, findet Wagemann.

Im November und Dezember nahm die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) über den Runden Tisch Hochfeld Kontakt zu zahlreichen Vereinen auf, um mit ihnen über die Alte Feuerwache zu sprechen.

Haus soll in kommunaler Hand bleiben

Ein offener Beteiligungsprozess mit Ideenwerkstatt und gemeinsamer Konzeptentwicklung war das Ziel. Dabei wurde auch die Alte Feuerwache besichtigt. Doch nach dem Rückzahlungsbescheid gebe es derzeit keinen Kontakt. „Wenn wir in andere Städte des Ruhrgebiets wie etwa Oberhausen schauen, dann sehen wir, dass offene kulturelle Begegnungsorte von den Kommunen gefördert werden. Nur Duisburg legt sozialen und kulturellen Initiativen seit Jahren Steine in den Weg“, sagt Jonas Weber vom Verein Mustermensch. Er und die anderen Kreativen fordern, dass das Haus in kommunaler Hand bleiben soll.

„Hochfeld braucht angesichts der Integrations-Herausforderungen und des kreativen Stillstands mehr denn je ein Soziokulturelles Zentrum“, heißt es in einer Erklärung. Zudem habe der Rat erst kürzlich den Kulturentwicklungsplan verabschiedet. Dort heißt es in den Handlungsempfehlungen: „Um in Duisburg wieder soziokulturelle und autonome Zentren zu ermöglichen, sind Initiativen hierzu finanziell und strukturell zu unterstützen.“ Genau jetzt biete die Alte Feuerwache die konkrete Möglichkeit für die Stadt, ihren Umsetzungswillen auch zu beweisen.

„Warum hat die Kommune sich nicht bemüht, die Millionen-Rückzahlung zu verhindern und die Menschen einzubeziehen?“ fragt die freischaffende Künstlerin Katharina Hofmeister. Luise Hoyer vom Verein Kultursprung beschreibt: „Eigentlich ist die Stimmung gut, aber ein Restzweifel bleibt, weil in Duisburg meist etwas schief läuft.“

Offenes Treffen im Februar

Die Aktiven wollen den Prozess jetzt selbst in die Hand nehmen und unter anderem die ursprünglich geplante Ideenwerkstatt für eine Zukunft der Feuerwache umsetzen. Alle Interessierten, die sich ebenfalls für einen geförderten öffentlichen Raum für Kultur, Veranstaltungen und Zusammenarbeit einsetzen wollen, lädt der Initiativkreis zu einem offenen Treffen am 5. Februar um 14 Uhr ins Internationale Zentrum (Am Flachsmarkt 15) ein.

>> DAS SAGT DIE STADT

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt die Stadt mit: „Die Rückzahlung der Fördergelder ist noch nicht erfolgt, da es noch kein offizielles Schriftstück zum Gerichtsurteil gibt.“

Über die zukünftigen Nutzung der Alten Feuerwache werde derzeit in einer Arbeitsgruppe unter Federführung des Stadtentwicklungsdezernates beraten. „Die Stadteilakteure sind - wie auch in der Vergangenheit - selbstverständlich in die weitere Entwicklung um die künftige Nutzung der alten Feuerwache eingebunden“, erklärt die Stadt.

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