Hochwasserschutz

Kosten für Duisburger Deichbau verdoppeln sich

Der Rheindeich vor der Krefelder Brücke in Mündelheim.

Der Rheindeich vor der Krefelder Brücke in Mündelheim.

Foto: Lars Fröhlich/FUNKE Foto Services

Duisburg.   Der Hochwasserschutz im Süden Duisburgs wird jetzt mit 110 Millionen Euro kalkuliert. Gründe für die Verteuerung: Bombensuche und Bauboom.

Die Kosten für den neuen Deich im Mündelheimer Rheinbogen werden sich voraussichtlich von den ursprünglich kalkulierten 52,6 Millionen Euro auf fast 110 Millionen mehr als verdoppeln. Ein kleiner Trost aus Duisburger Sicht: Der Anteil der Stadt wird bei 12,3 Millionen Euro liegen, den großen Rest tragen Land NRW und Bund.

„Das Land muss die meisten Mehrkosten tragen“, erklärte Umweltamtsleiter Volker Heimann. Und er hat auch Erklärungen für die deutlichen Kostensteigerungen. Die ursprünglichen Zahlen stammten aus dem Jahr 2008, seitdem habe es zum einen „normale“ Preissteigerungen gegeben, aber auch solche, die durch den aktuellen Bauboom bedingt sind. Auch seien in den aktuellen Kostenkalkulationen 40 Millionen Euro enthalten, die allein durch die Aufständerung der B 288 fällig werden, die vierspurig über den Deich geführt wird bis zur Uerdinger Brücke. Weiterer erheblicher Kostenfaktor: die durch neue Vorschriften erheblich teuere Suche nach Kampfmitteln aus dem zweiten Weltkrieg. So wie die Kosten in die Höhe gegangen sind, wird sich auch die Bauzeit verlängern: von geplanten sieben auf 14 Jahre. Baubeginn des ersten von vier Bauabschnitten war 2014.

Suche nach Bomben und Granaten

Die beiden ersten Bauabschnitte von Düsseldorf-Wittlaer im Norden der Landeshauptstadt bis in den Süden Mündelheims sind laut Heimann fertiggestellt. Nun geht es an die eigentliche Rückverlegung einer Deichstrecke bis in den Westen Mündelheims. „Zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes ist die Fortführung der Baumaßnahme unaufschiebbar“, heißt es in der Vorlagen, die der Stadtrat am 25. Februar beschließen soll.

Der neue Deich wird sich von seinem Vorgänger durch eine größere Breite über der Erde unterscheiden und durch eine 60 Zentimeter dicke Dichtwand bis in eine Tiefe zwischen 12 und 20 Metern unter dem Hochwasserschutzwall. Für diese Arbeiten laufen derzeit die Ausschreibungen, sagt Heimann, in diesem Jahr soll auch noch mit dem Bau begonnen werden. Aber, ergänzt Heimann, auch in diesem Zusammenhang müsse für jeden Bohrpfahl im Untergrund nach Munition gesucht werden.

Erdgas-Pipeline wird verlegt

Kurz vorm Abschluss stehe dagegen die Verlegung einer Erdgas-Pipeline, die parallel zur B 288 verläuft. Auch diese Arbeiten wurden notwendig, wegen der Aufständerung der wichtigen Straße zwischen Krefeld und Autobahn A 524 in Richtung Breitscheider Kreuz.

Ein weiterer zusätzlicher Kostenfaktor war laut Heimann auch die Entschädigung von Bauern, deren Land künftig bei Hochwasser überflutet wird.

>> NEUER DEICH SCHAFFT DEM RHEIN RAUM

Die Rückverlegung von Deichen wie in Mündelheim soll dem Rhein mehr Raum gewähren in Zeiten von Hochwasser. Dann soll sich Wasser ausbreiten können und in der Folge langsamer und mit geringerem Wasserstand flussab fließen. Deichrückverlegungen sind an etlichen Stellen am Rhein gebaut worden oder geplant.

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